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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fast 90.000 Soforthilfe-Anträge eingegangen

"Alles wird gut !" ist mit farbiger Kreide vor einer geschlossenen Boutique in Frankfurt auf den Asphalt geschrieben.

Seit einer Woche können Kleinunternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige bei finanziellen Engpässen durch die Corona-Krise Soforthilfen beantragen. 250 Millionen Euro hat das Land bis jetzt ausgezahlt. Viele Anträge sind offenbar lückenhaft.

Geschlossene Läden, abgesagte Konzerte, leere Auftragsbücher - weil Kleinunternehmen, Freiberufler und Selbstständige in der Corona-Krise selten auf Rücklagen ausweichen können, greifen Bund und Land ihnen finanziell unter die Arme. Seit vergangenem Montag können Betroffene dazu einen Antrag auf Soforthilfe beim Regierungspräsidium Kassel stellen. Abhängig von der Zahl der Mitarbeiter sollen den Unternehmern so mehrere tausend Euro schnell und unbürokratisch überwiesen werden.

Knapp 250 Millionen Euro seien bereits ausgezahlt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Insgesamt seien innerhalb einer Woche 87.700 Anträge beim Regierungspräsidium Kassel eingegangen, von denen bisher rund 25.000 bewilligt und festgesetzt wurden.

Meiste Anträge von Unternehmen bis fünf Beschäftigte

"Diese Zahl zeigt, wie tiefgreifend die Krise und wie wichtig die Unterstützung von Land und Bund für die Wirtschaft ist", sagte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU). "Die Summe macht aber auch deutlich: Wir helfen schnell, unkompliziert und stellen ausreichend Geld zur Verfügung." Das wolle die hessische Regierung auch in Zukunft beibehalten, "denn wir müssen und können es uns leisten", so Boddenberg.

Die größte Zahl der Anträge stammt laut Wirtschaftsministerium von Kleinunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten. An sie seien rund 162 Millionen Euro ausgezahlt worden.

Viele Anträge immer noch fehlerhaft

Noch immer sei ein großer Anteil der Anträge aber unvollständig oder fehlerhaft ausgefüllt: "Ich appelliere noch einmal eindringlich an alle, die die Soforthilfe beantragen: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit. Wenn ein Antrag nicht vollständig oder ungenau ausgefüllt ist, verlängert das die Bearbeitung", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Er forderte die Antragsteller dazu auf, sich an der Ausfüllhilfe auf der Website des Regierungspräsidiums Kassel zu orientieren.

Soforthilfe auch für Vereine mit finanziellen Ausfällen

Das Wirtschaftsministerium wies am Dienstag außerdem darauf hin, dass auch Vereine Soforthilfe beantragen könnten, "wenn sie wirtschaftlich tätig sind und ihnen in diesem Bereich eine existenzbedrohende Liquiditätslücke entsteht." Das betreffe insbesondere kulturelle Vereine, die Museen und Theater betreiben. Sie dürfen beispielsweise Ausfälle durch entgangene Eintrittsgelder oder Unterrichtsgebühren geltend machen. Und auch Sportvereine, die Vereinsgaststätten unterhalten, dürfen ihre Ausfälle geltend machen.

Freiberufliche Künstler in Hessen äußerten sich dagegen zuletzt kritisch zu den Soforthilfen. Denn sie sollen ausschließlich Liquiditätsengpässe ausgleichen, beispielsweise Büromieten oder Leasingverträge - private Ausgaben wie die Wohnungsmiete dagegen aber nicht.

Sendung: hr-iNFO, 07.04.2020, 20.00 Uhr