Arbeiter demontieren in Frankfurt den Schriftzug an einer Commerzbankfiliale.

Die Commerzbank will weitere rund 4.300 Stellen abbauen und 200 Filialen schließen. Das geht aus einem Strategiepapier der Bank hervor. Ein konzernweiter Stellenabbau sei "unvermeidlich".

Die Commerzbank will voraussichtlich rund 4.300 weitere Vollzeitstellen streichen. Außerdem plant der Vorstand die Schließung von etwa 200 der 1000 Filialen. Dies sehe der Entwurf für die künftige Strategie vor, teilte das Frankfurter Geldhaus am Freitag mit.

Nettoverlust von 2.300 Stellen

Gleichzeitig würden 2.000 Stellen im Bereich Digitalisierunmg und IT-Infrastruktur aufgebaut - so ergebe sich "netto" ein notwendiger Stellenabbau von rund 2.300 Vollzeitstellen. Das Ziel sei, den Stellenabbau "möglichst sozialverträglich zu gestalten", heißt es in der Stellungnahme der Bank vom Freitag. Noch hätten Vorstand und Aufsichtsrat keine Entscheidungen getroffen. Ende September wird das Strategiepapier im Aufsichtsrat Thema sein.

Die Bank erhofft sich laut dem Strategiepapier zusätzliche Investitionsmittel durch die Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung an der polnischen Tochter mBank. Damit bestätigte das Geldhaus einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts vom Vormittag. Die mBank ist an der Warschauer Börse gelistet und wird dort derzeit mit rund 3,1 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut. Durch einen Verkauf der Anteile könnte sie rechnerisch gut zwei Milliarden Euro einnehmen.

850 Millionen für Restrukturierung nach Stellenabbau

Im Zuge einer neuen Strategie will die Commerzbank umfassend in Technologie investieren, vorgesehen seien dafür rund 1,6 Milliarden Euro. Davon seien 750 Millionen Euro für Digitalisierung, IT-Infrastruktur und Wachstum vorgesehen. Rund 850 Millionen plane die Bank für Restrukturierungskosten durch den Stellenabbau und das Filialnetz ein. Im April diesen Jahres waren Gespräche der Commerzbank mit der Deutschen Bank über eine Fusion gescheitert.

Sendung: hr-iNFO, 20.09.2018, 16 Uhr