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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gewerkschaft fordert deutliches Lohnplus bei anstehender Tarifrunde

Im Supermarkt: Eine Kundin reicht der Kassiererin die Lebensmittel entgegen, beide tragen eine Maske.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel eine deutliche Gehaltserhöhung. Auch einen Mindestlohn will sie durchsetzen.

Mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Gehalt für die rund 230.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel geht die Gewerkschaft Verdi in die kommende Tarifrunde. Der erste Verhandlungstermin ist für den 12. Mai angesetzt. Den Einsatz der Beschäftigten in der Corona-Krise gebe es "nicht zum Nulltarif", sagte Verdi am Montag in Frankfurt.

Unter anderem für Supermarkt-Kassiererinnen und Kassierer sowie Beschäftigte in Drogerien fordert die Gewerkschaft neben der Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent einen monatlichen Zuschlag von 45 Euro. Außerdem solle das Mindesteinkommen für die unteren Lohngruppen auf 12,50 Euro pro Stunde steigen. Nur mit diesem Lohn könne im Alter ein Rentenniveau über der Armutsgrenze erzielt werden.

Bis zu 600 Kundenkontakte täglich

"Der Blick der Öffentlichkeit richtet sich fast ausschließlich auf Bereiche wie Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen, wo ebenfalls schwere und enorm gefährdende Arbeit geleistet wird. Doch auch wer seit mehr als einem Jahr 'nur' Lebensmittel verkauft, hat als Dankeschön eine anständige Lohnerhöhung längst verdient", sagte Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel von Verdi Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Einzel- und Versandhandel.

Im Lebensmittelbereich bedienten Beschäftigte an Frischetheken, Kassen und Infocentern täglich bis zu 600 Personen täglich, so Verdi. In der Woche komme man so auf mehrere tausend Personenkontakte.

Verdi: Handel oft Profiteur der Krise

Jene Geschäfte seien aber auch große Profiteure der aktuellen Corona-Krise, betonte Schiederig. "Auch der Textilhandel kann nicht alle Lohnerhöhungen mit Verweis auf die Krise verneinen", sagte er und verteidigte die Forderung für die gesamte Branche. Zugehörige Onlineshops hätten oft viele Verluste abgefangen.

Während der Online-Handel seit Beginn der Pandemie hohe Zuwächse verzeichnet, sind zahlreiche stationäre Einzelhändler wie Bekleidungs, Sport- oder Spielwarengeschäfte seit Monaten wieder geschlossen. Bei hohen Zahlen von Neuinfektionen dürfen sie nur wenige Kunden mit Termin im Geschäft beraten oder per "Click&Collect" ausschließlich zuvor bestellte Ware herausgeben.

Der Handelsverband Hessen äußerte sich zunächst nicht zu den anstehenden Verhandlungen.

Sendung: hr-iNFO, 03.05.2021, 17.30 Uhr