Am Sonntag bleiben die Geschäfte in Hanau geschlossen.

Auch wenn der große Ansturm vorbei ist, gehen beim Land immer noch täglich Anträge auf schnelle Finanzspritzen ein. Rund 730 Millionen Euro wurden ausgezahlt. Zehntausende Anträge liegen noch vor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bislang 728 Millionen Euro an Soforthilfen ausbezahlt

Durch den Corona-Lockdown sind viele Unternehmen auf Soforthilfen angewiesen.
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Weit über 100.000 Anträge auf Corona-Soforthilfe sind beim Land bislang eingegangen, rund zwei Drittel konnten bereits bearbeitet werden: Binnen vier Wochen hat das Land Hessen mehr als 728 Millionen Euro an rund 76.500 Unternehmen ausgezahlt. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Sonntag mit.

Großer Ansturm vorbei

Insgesamt seien bislang rund 115.000 Anträge von Selbstständigen und Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten eingegangen. Der große Ansturm sei zwar vorbei, dennoch würden immer noch täglich Anträge für die schnelle Finanzspritze eingereicht. Zu Beginn des Programms Ende März hatte das Land mit insgesamt 200.000 Anträgen gerechnet.

Das zeige, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie trotz Lockerungen in manchen Bereichen anhielten. Fast die Hälfte der bereits ausgezahlten Soforthilfe kommt laut Ministerium Betrieben aus der Dienstleistungsbranche zugute. Auch aus dem Gastgewerbe habe es sehr viele Anträge gegeben. Aus dem Handel, der Baubranche, dem Gesundheitssektor, dem Tourismus, dem Bereich Nahrungs- und Genussmittel sowie der Kreativwirtschaft seien viele Unternehmen vertreten.

"Wir sehen, dass die Situation in der hessischen Wirtschaft sehr ernst ist. Anträge auf Soforthilfe betreffen oft vormals wirtschaftlich stabile Branchen. Umso wichtiger ist, ihnen schnell zu helfen", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Geld muss nicht zurückgezahlt werden

Der Minister geht zudem davon aus, dass auch viele Geschäfte, die bereits wieder öffnen konnten, auf Soforthilfen angewiesen seien. Diese Geschäfte müssten Soforthilfen auch nicht zurückzahlen, falls sie vor Wiedereröffnung bereits welche erhalten haben. Ausschlaggebend ist laut Ministerium die wirtschaftliche Situation zum Zeitpunkt der Antragsstellung. Allerdings müsse die Soforthilfe als Gewinn verbucht und somit versteuert werden.

Um mögliche Betrüger unter den Antragsstellern erkennen zu können, stehen die zuständigen Regierungspräsidien nach Angaben des Ministeriums im engen Austausch mit Finanzexperten und dem Landeskriminalamt. Sollte sich ein Betrugsverdacht erhärten, würden "umgehend Ermittlungen eingeleitet", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU). Bislang habe es aber nur in ganz wenigen Fällen einen Betrugsverdacht gegeben, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Sonntag dem hr.

Sendung: hr-iNFO, 26.04.2020, 13.30 Uhr