Blick ins menschenleere Terminal 1 am Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen sind in der vergangenen Woche so viele Passagiere befördert worden wie normalerweise in gut vier Stunden. Ein Minus von rund 97 Prozent. Nicht viel besser sehen die Zahlen für März aus.

Videobeitrag

Video

zum Video Fraport: Starker Passagierrückgang

hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 15.04.2020
Ende des Videobeitrags

Statt hektischer Menschenmassen, dröhnender Lautsprecherdurchsagen und Duty-Free-Schnäppchenjäger herrscht derzeit gähnende Leere am Frankfurter Flughafen. Der größte Airport Deutschlands gleicht ungewollt einem Naherholungsgebiet. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig.

Zwei der vier Start- und Landebahnen sind aktuell gesperrt. Eine dient dabei als Parkplatz für nicht benötigte Flugzeuge, die andere erhält eine neue Asphaltdecke. Auch das Terminal 2 ist mangels Auslastung seit über einer Woche dicht.

Eine Woche statt vier Stunden

Die Folgen der Corona-Krise sind kaum irgendwo so augenscheinlich wie am Frankfurter Flughafen. 46.338 Passagiere wurden hier in der vergangenen Kalenderwoche vom 6. bis 12. April noch befördert. Wohlgemerkt: mitten während der Osterferien. Die allermeisten der verbliebenden Reisenden standen dabei im Zusammenhang mit Rückholaktionen des Auswärtigen Amts.  

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden im Durchschnitt gut 193.000 Fluggäste pro Tag abgefertigt. Das Aufkommen der abgelaufenen Osterwoche entspricht damit – unter Berücksichtigung des Nachtflugverbots – gut vier Stunden eines normalen Flughafen-Betriebs. Der Betreiber Fraport bezifferte das Passagier-Minus auf 96,8 Prozent. Die insgesamt 1.435 Flugbewegungen der Vorwoche lagen in etwa auf dem Tagesniveau des Vorjahrs (1.407).

Schlechtester März seit 31 Jahren

Nicht viel besser sehen die Verkehrszahlen für den Gesamtmonat März aus. Spätestens ab der Monatsmitte schlugen hier die Corona-Einschränkungen zu Buche. 2,1 Millionen Fluggäste wurden insgesamt in Frankfurt gezählt, was einem Rückgang von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Bezogen auf einen März seien das die niedrigsten Werte seit 31 Jahren, teilte eine Fraport-Sprecherin am Mittwoch auf Nachfrage mit.

Das Frachtaufkommen von 164.806 Tonnen sank um rund 17 Prozent binnen Jahresfrist. Von den 22.000 Beschäftigten schickte Fraport bereits frühzeitig mehr als 18.000 in Kurzarbeit. Wann der Betrieb wieder anlaufen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Für den April muss sich der Flughafen jedenfalls auf ein historisch schlechtes Ergebnis gefasst machen. Die Zahlen der vergangenen Osterwoche geben einen Vorgeschmack.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 15.04.2020, 16.45 Uhr