Lastwagen-Teststrecke auf A5
Auf der A5 wird eine Elektro-Teststrecke für Lkw eingerichtet. Bild © picture-alliance/dpa

Auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt haben die Bauarbeiten für den geplanten eHighway begonnen. Auf der Teststrecke sollen ab 2019 Lastwagen mit Stromabnehmern versorgt werden.

Auf der stark befahrenen Autobahn 5 zwischen Frankfurt und Darmstadt entsteht die erste deutsche Teststrecke für Lastwagen mit Stromabnehmern. Am Montag begannen die ersten Vorarbeiten für den sogenannten eHighway. Er soll bis zum Herbst auf fünf Kilometern zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Weiterstadt entstehen - in jede Fahrtrichtung. Von Januar 2019 an sollen dann die ersten Spezial-Lastwagen mit Strom aus Oberleitungen testweise fahren. Das Bundesumweltministerium übernimmt die Kosten von knapp 15 Millionen Euro für das Projekt.

Keine Sperrungen während Bauarbeiten

Zunächst werde auf der Autobahn eine Baustelle eingerichtet, sagte eine Sprecherin der Verkehrsbehörde Hessen Mobil am Montag in Wiesbaden. Dazu würden gelbe Markierungen angelegt und Fahrstreifen umgelegt, aber keiner gesperrt. Die A5 ist an dieser Stelle in jede Richtung vierspurig ausgebaut plus Standstreifen.

Zwei LKW mit Oberleitung
Lastwagen sollen mit Strom aus Oberleitungen versorgt werden. Bild © picture-alliance/dpa

Etwa mit Beginn der Osterferien werde die Baustelle dann an Siemens übergeben, damit diese die Fundamente und die Träger setzen könne. Ende/Mitte Juli werde die ursprüngliche Verkehrsführung wieder hergestellt. Im Rahmen von Tagesbaustellen sollen bis Herbst 2018 die Fahrdrähte in die Masten eingespannt werden. Diese würde nach Möglichkeit nachts oder in Zeiten eingerichtet, wenn nicht so viele Fahrzeuge unterwegs seien.

Batterie lädt beim Fahren

Insgesamt würden 231 Masten aufgestellt. In jede Richtung werden den Angaben zufolge zwei Fahrdrähte gespannt - ein Plus- und ein Minuspol. Sie sind in jede Richtung 5,1 Kilometer lang. Erkennen die Sensoren im Dach des Lasters eine Oberleitung, werden die Abnehmer ausgefahren. Der Elektromotor wird mit Strom gespeist, zugleich wird die Batterie geladen. Dann kann der Lkw nach dem Abdocken elektrisch weiterfahren. Ist der Akku erschöpft, kann der Hybridmotor mit Diesel weiterfahren.

Mit der Verabschiedung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 habe die Bundesregierung beschlossen, einen Feldversuch zur Erprobung elektrischer Antriebe bei schweren Nutzfahrzeugen durchzuführen, teilte Hessen Mobil mit. Das Projekt heißt Elisa. Das steht für "Elektrifizierter, innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen".

Weitere Teststrecken geplant

Geplant sind noch zwei weitere Teststrecken: auf der Autobahn 1 bei Lübeck und auf einer Bundesstraße in Baden-Württemberg. Manfred Fuhg von Siemens hatte bei der Vorstellung des Projekts Ende 2017 gesagt, Lastwagen mit Oberleitungsstrom stießen weniger Schadstoffe aus, verbrauchten weniger Sprit und seien leiser.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 05.03.2018, 16.45 Uhr