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Citadis X05 wird in zwei Jahren durch Frankfurt rollen. Bild © VGF

Der Fuhrpark ist in die Jahre gekommen, die Fahrgastzahlen steigen: Also bekommt Frankfurt 43 neue Straßenbahnen. Die 114-Millionen-Investition bringt nicht nur neues Design auf die Schienen.

Es ist noch ein bisschen hin, bis die schöne neue Straßenbahnwelt in Frankfurt Wirklichkeit wird. In gut zwei Jahren, Ende 2020, soll der französische Alstom-Konzern die ersten der insgesamt 43 neuen Straßenbahnen für Frankfurt liefern.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) springe mit diesem Auftrag in Höhe von 113,5 Millionen Euro (Stückpreis: rund 2,64 Millionen Euro) aus mehreren Gründen in eine neue Zeit, befand der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Dienstag.

Was das neue Design uns sagen soll

Die windschnittige Optik wurde laut Stadt für diesen Auftrag eigens entwickelt. Sie soll im Unterschied zu den kantigen aktuellen VGF-Modellen ("rechteckig, praktisch, gut") für die Internationalität Frankfurts stehen. Die neuen Bahnen basieren auf der neu entwickelten Alstom-Serie "Citadis X05". Auch Sydney und Nizza haben Exemplare dieser Niederflur-Straßenbahnen des Konzerns bestellt. Es ist das erste Mal, dass Alstom in Frankfurt zum Zug kommt. Das Unternehmen ist vor allem als Produzent des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV bekannt.

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Auslaufmodell mit Ecken und Kanten: eine aktuelle Straßenbahn der Verkehrsgesellschaft Frankfurt. Bild © Foto: VGF

Was das neue Innenleben den Fahrgästen bringt

Komplette Barrierefreiheit zum Beispiel - und eine bessere Aussicht durch größere Panoramafenster. Zusätzlich soll LED-Beleuchtung für bessere Lichtverhältnisse in den Wagons sorgen. Die VGF verspricht auch "ausreichend Raum" für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen oder Fahrräder. Eine zusätzliche vierte Tür zum Aus- und Einsteigen auf jeder Seite sowie ein neues Fahrgast-Infosystem mit Displays in den Wagons kommen hinzu.

Wie dem Fahrer geholfen wird

Mit einem Fahrerassistenzsystem. Es soll ermöglichen, Hindernisse auf den Gleisen früher als bisher zu erkennen.

Was die Bahnen bei Bedarf noch können

Die Alstom-Straßenbahnen könnten auch mit Batteriestrom laufen. Das ist wichtig, falls das Streckennetz im wachsenden Frankfurt ausgebaut wird und dann Abschnitte ohne Oberleitung hinzukommen. Besonders wichtig ist laut VGF-Chef Michael Rüffer, dass die Bahnen bei steigendem Bedarf durch einen zusätzlichen Mittelteil noch vergrößert werden können. Und WLAN? Für die Einrichtung sind in den Wagons laut VGF alle Vorkehrungen getroffen.

Wie der Auftrag den VGF-Fuhrpark wachsen lässt

Die Alstom-Modelle sollen nicht nur die noch aus den 90er-Jahren stammenden Siemens-Straßenbahnen vom Typ "R" ersetzen. Mit ihnen wird der Fuhrpark laut VGF bis zum Jahr 2023 auch vergrößert: von zurzeit 112 auf 117 Exemplare. Damit reagiert die städtische Gesellschaft nach eigenen Angaben auf die steigende Zahl von Fahrgästen - eine Folge der ebenfalls steigenden Einwohnerzahl Frankfurts. Zehn weitere Bahnen könnte die VGF einer Option gemäß noch zusätzlich ordern.

Wo es los geht

Zunächst will die VGF auf der Linie 15 (Niederrad-Offenbach) die Fahrzeuge des Typs "Pt" ersetzen, die wegen ihres Einstiegs über Stufen alles andere als barrierefrei sind. Diese Straßenbahnen waren nach Angaben der Verkehrsgesellschaft wegen des hohen Fahrgastaufkommens vergangenen Winter reaktiviert worden.

Woran es bei den neuen Straßenbahnen hakt

Spätestens ab 2020 werden wir es wissen.