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Streik am Frankfurter Flughafen

Die Gewerkschaft Verdi hat kurz vor Weihnachten das Personal in der Abfertigung am Frankfurter Flughafen zum Warnstreik aufgerufen. 74 Flüge wurden für Mittwoch gestrichen.

Am Frankfurter Flughafen gibt es kurz vor Weihnachten streikbedingte Flugausfälle: Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 600 Beschäftigten des Abfertigers Wisag für Mittwoch zu einem nahezu ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie sie am Dienstag mitteilte. Er startete am frühen Morgen sollte kurz vor Mitternacht enden.

Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport mussten für den Tagesverlauf 74 der insgesamt geplanten 950 Starts und Landungen abgesagt werden. Betroffen seien laut einer Wisag-Sprecherin vor allem Flüge der Turkish Airline, Etihad, ITA, DELTA, TAROM, SAS, British Airways, Air India, KLM und der AirFrance.

Lufthansa-Flüge sind nicht von dem Streik betroffen. Diese Flüge würden durch Fraport-Bodenpersonal abgefertigt.

Flugreisende werden laut Fraport gebeten, sich vor Antritt der Reise auf den Internetportalen der Fluggesellschaften über den Status ihres Flugs zu informieren, gegebenenfalls die Online Umbuchungsmöglichkeiten zu nutzen oder sich bei Fragen an ihre Airline zu wenden. 

Keine Kundgebung wegen Corona

Der Dienstleister Wisag fertigt etwa 15 Prozent des Aufkommens am größten deutschen Flughafen ab. Die beiden streikbedrohten Gesellschaften des Frankfurter Unternehmens leisten Bodenverkehrsdienste und Passagier-Services im Auftrag verschiedener Airlines.

Bei einem ersten Warnstreik Ende Oktober waren Dutzende Flüge ausgefallen. Statt der ursprünglich geplanten 72 Flüge fanden nur noch 26 statt. Auf eine Kundgebung will Verdi angesichts der aktuellen Corona-Lage dieses Mal allerdings verzichten.

In den Verhandlungen fordert die Gewerkschaft eine um zweieinhalb Stunden verkürzte Arbeitszeit von 37,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich und eine Tabellenerhöhung von mindestens 90 Euro ab dem kommenden Jahr.

Wisag: "Unverantwortlich und maßlos"

Wisag-Verhandlungsführer Michael Richter warf den Verdi-Verantwortlichen "Realitätsverlust" vor. "In so einer Situation auf dem Rücken der Weihnachtsurlauber zweistellige Lohnforderungen mit der Brechstange durchsetzen zu wollen, ist unverantwortlich und maßlos." Das Unternehmen habe für die kommenden drei Jahre Lohnsteigerungen von zusammen 18 Prozent angeboten. Mehr sei nicht drin.

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