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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verdacht der Dieselmanipulation bei Mitsubishi

Mitsubishi auf Fließband

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat zahlreiche Geschäftsräume von Mitsubishi durchsucht, darunter die Deutschland-Zentrale in Friedberg. Es besteht der Verdacht, dass der japanische Autobauer mit Abschalteinrichtungen betrügt.

Wegen möglicher Manipulationen an Dieselmotoren in Autos der Marke Mitsubishi sind am Dienstag die Geschäftsräume der Deutschland-Zentrale des japanischen Autokonzerns sowie des Autozulieferers Continental und eines weiteren Zulieferers durchsucht worden. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Betrug, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit.

Bestimmte Motoren von Mitsubishi-Fahrzeugen sollen demnach mit einer illegalen Abschalteinrichtung ausgerüstet worden sein. Gegenstand der Untersuchungen seien Fahrzeuge mit 1,6- und 2,2-Liter- und 4-Zylinder-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6, die seit 2014 als Neuwagen verkauft worden seien.

Die Abschalteinrichtung soll möglicherweise erkennen, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. Die Grenzwerte insbesondere für Stickoxide würden dann zwar auf dem Prüfstand, nicht jedoch im Realbetrieb eingehalten.

Rund 90.000 Diesel-Mitsubishi in Deutschland

Wie viele Fahrzeuge von den Untersuchungen betroffen sind, blieb am Dienstag unklar. Nach Auskunft des Kraftfahrtbundesamts (KBA) waren zum Stichtag 1. Januar 2019 in Deutschland exakt 89.977 Misubishi-Wagen mit Dieselmotor zugelassen. Wie viele davon die Kriterien der im Verdacht stehenden Modelle - entsprechende Motoren, nach 2014 neu zugelassen - erfüllen, vermochte das KBA auf hr-Anfrage nicht zu sagen. Das herauszufinden, würde Wochen dauern, sagte ein Sprecher.

Ein Sprecher des Autokonzerns bestätigte die Durchsuchungen. In der aktuellen Produktpalette gebe es nur noch ein Modell, das als Diesel verkauft wird.

Inhaltlich äußerte sich die Mitsubishi-Zentrale in Friedberg nicht. Das eng mit Nissan und Renault verbundene Unternehmen hatte bereits im Jahr 2016 Manipulationen bei Abgasmessungen eingeräumt. Allerdings ging es damals um Benziner, die nicht nach Deutschland geliefert worden seien.

Zahlreiche hessische Ermittler im Einsatz

Der Zulieferer Continental wird als Zeuge in dem Verfahren geführt. Entsprechende Informationen der Wirtschaftswoche bestätigte ein Sprecher dem hr. Demnach gab es am Dienstag Durchsuchungen bei Continental in Frankfurt, Regensburg und Hannover.

Die insgesamt zehn durchsuchten Gebäude befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem in Frankfurt und in den Kreisen Main-Kinzig, Darmstadt-Dieburg und Wetterau. In der dortigen Kreisstadt Friedberg befindet sich die Deutschlandzentrale des japanischen Autokonzerns. Die Razzia führten Beamte aus fast allen hessischen Polizeipräsidien durch.

VW-Dieselskandal beschäftigt Gerichte

Vor gut vier Jahren flog der Wolfsburger Autobauer VW auf, der offenbar tausende Fahrzeuge mit illegaler Abschalteinrichtung bei Dieselautos verkauft hatte. Betroffen sind auch die zum VW-Konzern gehörenden Hersteller Audi und Porsche. VW muss nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (AZ 17 U 45/19) für die betroffenen Fahrzeuge haften.

Sendung: hr-iNFO, 21.01.2020, 17 Uhr