Stau auf der A5 in Höhe des Rasthofs Gräfenhausen.

Weniger Staus, dafür längere Wartezeiten: Hessens Autofahrer mussten 2019 nicht nur im Rhein-Main-Gebiet stundenlang in ihren Fahrzeugen ausharren. Geduld war laut ADAC auch auf der A5 im Osten und der A44 im Norden gefragt - vor allem donnerstags.

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hessenschau vom 06.02.2020
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Auf Hessens Autobahnen hilft oft nur tief durchatmen: Insgesamt 39.323 Stunden standen Autofahrer dort im vergangenen Jahr im Stau. Das sind 5.579 Stunden mehr als 2018, wie der Automobilclub ADAC Hessen-Thüringen am Donnerstag in seiner Bilanz bekannt gab. Gründe dafür seien vor allem viele Baustellen und immer mehr Verkehr, vor allem im Rhein-Main-Gebiet.

Besonders viel Stau auf A5, A66 und A44

Die längsten Staus gab es 2019 laut ADAC auf der A5 Alsfeld-Ost - Hattenbacher Dreieck, auf der A66 Wiesbaden-Erbenheim - Wiesbaden-Mainzer-Straße und auf der A44 Kassel-Bad Wilhelmshöhe – Kreuz Kassel-West. Das habe an Baustellen und einem starken Pendlerverkehr gelegen, sagte ADAC-Sprecher Oliver Reidegeld hessenschau.de.

Die Grafik zeigt eine Karte mit den drei staureichsten Stellen in Hessen 2019

Auch auf der A7 bei Kassel und der A3 Frankfurt Süd - Offenbacher Kreuz staute sich der Verkehr besonders oft.

Stillstand auf rund 112.300 Kilometern

Ein kleiner Trost für Autofahrer: Anzahl und Länge der Staus nahmen 2019 im Vergleich zum Vorjahr ab: Laut ADAC kam es insgesamt zu 57.699 Staus mit einer Gesamtlänge von 112.304 Kilometern. Im Jahr zuvor waren noch 62.816 Staus mit einer Länge von 129.556 Kilometern registriert worden. Am höchsten ist die Verkehrsbelastung im Berufsverkehr morgens und nachmittags.

Hessens schlimmsten Stau-Tag gab es im vergangenen Jahr am Freitag, den 2. August. Der Verkehr staute sich auf den Autobahnen an diesem Tag auf eine Länge von 1.952 Kilometern. "Da waren in fast allen Bundesländern Sommerferien", sagte ADAC-Sprecher Reidegeld.

Donnerstags gibt es am meisten Stau

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Baustellen und Pendlerverkehr führen zu Staus

Stau auf der Autobahn
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Statistisch gesehen ist allerdings nicht der Freitag, sondern der Donnerstag der staureichste Wochentag in Hessen. Reidegeld vermutet, dass an diesem Tag die meisten noch arbeiten müssten. "Donnerstags ist der meiste Verkehr, da wird noch alles erledigt."

Freitags hätten dagegen viele bereits frei, es gebe weniger Pendlerverkehr. Im bundesweiten Durchschnitt ist übrigens der Mittwoch der stauträchtigste Tag.

Hessen steht im Bundesvergleich gut da

Nach Ansicht des ADAC hält sich das Staugeschehen in Hessen vergleichsweise in Grenzen. "Obwohl Hessens Autobahnen ein knapp 30 Prozent höheres Verkehrsaufkommen verkraften müssen als der Bundesschnitt, zeigen die Zahlen nur eine vergleichsweise moderate Staubelastung", sagte ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda. Im Bundesvergleich landete Hessen bei den gemeldeten Staus auf Platz vier, hinter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Herda verwies allerdings darauf, dass in Hessen im Berufs- und Urlaubsverkehr selbst kleinere Ereignisse wie Auffahrunfälle schnell zu langen Staus führen. "Besonders störanfällig sind dabei häufig die Baustellenabschnitte." Für 2020 erwartet der Experte, dass auf Hessens Autobahnen noch mehr gebaut wird: "Im Fokus steht dabei vor allem der Erhalt von Brückenbauwerken."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 06.02.2020, 19.30 Uhr