Unreifer Apfel an einem Baum

Kleiner und weniger: Hessens Obstbauern rechnen in diesem Jahr mit einer mäßigen Apfel-Ernte. Die Bäume hätten im Vorjahr einfach "alles gegeben, was sie drauf hatten". Und was bedeutet das fürs "Stöffche"?

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hs
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Lediglich durchschnittliche Erträge erwarten die hessischen Obstbauern zum Start der Apfelernte. "Wir bleiben deutlich unter dem Niveau des Vorjahres", sagte Bernd Weber vom hessischen Bauernverband. Und: Die Früchte werden etwas kleiner. "Wenn wir 9.000 bis 10.000 Tonnen schaffen, ist das ganz gut."

Dass die jetzt beginnende Ernte nicht so gut wie im Vorjahr ausfällt, ist kein Wunder: 2018 hatte es eine Rekordernte von 13.000 Tonnen gegeben. Die geringeren Mengen in diesem Jahr sind Weber zufolge deshalb auch keine Überraschung. Nach einem Jahr mit sehr guten Erträgen folgt in der Regel ein schwächeres Jahr. "Die Bäume haben letztes Jahr alles gegeben, was sie drauf hatten", sagte Weber. Da es 2017 wegen Frost bei der Apfelblüte eine schlechte Ernte gegeben habe, hätten die Obstbäume Reserven anlegen können. 2017 waren gerade mal rund 4.000 Tonnen von den Bäumen gepflückt worden.

Sonnenbrand und Hagelschlag

"Wir werden in diesem Jahr genügend Äpfel haben und die werden von guter Qualität sein", sagte Weber. Das Wetter mit dem zweiten Hitzejahr in Folge habe aber auch noch bei manchen Unternehmen zu Einbußen geführt. Einerseits habe das pralle Sommerwetter auch bei Äpfeln zu Sonnenbrand geführt, andererseits hätten Unwetter mit Hagelschlag dem Obst geschadet. Auch die hessischen Keltereien hatten unlängst schon eine geringere Apfelernte prognostiziert.

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Apfelland Hessen

Der Apfel ist nach Angaben des Hessischen Landesverbandes für Erwerbsobstbau die wichtigste Obstart im Land. Auf rund 450 Hektar werden Tafeläpfel und auf rund 150 Hektar Wirtschaftsäpfel für Apfelwein und Fruchtsaft angebaut.

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Allerdings braucht man dem Verband Hessischer Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien zufolge keine Angst haben, dass das "Stöffche" ausgeht. Für Apfelwein gebe es in den Keltereien notfalls auch Bestände aus dem letzten Jahr. Nach der Rekordernte vom Vorjahr hatte der Apfelwein in dieser Saison einen besonders hohen Alkoholgehalt. Verantwortlich dafür war die lang anhaltende Hitze des Sommers 2018, die zu mehr Zucker in den Äpfeln führte. Und mehr Oechsle, so der Fachterminus für die Zuckerkonzentration, bedeutete mehr Alkohol. Der kommende Ebbelwoi-Jahrgang dürfte demnach wieder "normaler" ausfallen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 02.09.2019, 16.45 Uhr