Ärzte der zentralen Kundgebung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Römerberg.
Ärzte der zentralen Kundgebung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Römerberg. Bild © picture-alliance/dpa

Mehrere Tausend Ärzte aus dem ganzen Bundesgebiet haben in Frankfurt eine Wiederaufnahme von Tarifgesprächen für die Mediziner in kommunalen Kliniken gefordert. Deshalb traten in Hessen auch Ärzte an 50 kommunalen Kliniken in einen Warnstreik.

Videobeitrag

Video

zum Video Ärzte streiken für bessere Tarife

Ende des Videobeitrags

In Hessen sind am Mittwoch Ärzte an rund 50 kommunalen Kliniken in einen ganztägigen Warnstreik getreten. Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund erwartete, dass sich etwa 1.000 Mediziner aus Hessen beteiligen.

Versorgung der Patienten sichergestellt

In Hessen vom Warnstreik betroffen sind unter anderem

  • das Klinikum Darmstadt
  • das Sana Klinikum Offenbach
  • die Hochtaunus-Kliniken
  • das Klinikum Frankfurt-Höchst
  • das Klinikum Hanau
  • die Klinikum Fulda
  • die Klinikum Kassel
  • die Klinikum Bad Hersfeld

Die Versorgung der Patienten sei aber sichergestellt. Der Marburger Bund will Druck in den festgefahrenen Tarifverhandlungen machen und hat bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, nur in Berlin und Hamburg nicht.

Zentrale Kundgebung in Frankfurt

Auf dem Römerberg in Frankfurt forderten mehrere tausend Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet eine Wiederaufnahme von Tarifgesprächen für die Mediziner in kommunalen Kliniken. Auf der bundesweit zentralen Kundgebung ging es ihnen vor allem um verbesserte Regelungen für den Bereitschaftsdienst. "Nur gesunde Ärzte können kranken Patienten helfen", betonte einer der demonstrierenden Ärzte mit Blick auf die Belastungen langer Bereitschaften am Wochenende. Andere wiesen auf Transparenten und Plakaten auf Hunderte unbezahlter Überstunden hin, die sie bereits angesammelt haben.

Begrenzung der Bereitschaftsdienste

Der Marburger Bund strebt vor allem neue Voraussetzungen für die Bereitschaftsdienste an. Dabei geht es unter anderem um zwei freie Wochenenden pro Monat und klare Höchstgrenzen für die Zahl der Bereitschaftsdienste.

"Es hat sich großer Unmut über die Arbeitgeber angestaut. Dieser Unmut bricht sich nun Bahn. Die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Kliniken erwarten konkrete Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen: weniger Belastung, bessere Planung und mehr Zeit für Familie und Privatleben", sagte Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes, über den Protest.

Sendung: hr-iNFO, 10.04.2019, 11:00 Uhr