Ein Airbus A320 der Lufthansa rollt auf dem Rollfeld am Frankfurter Flughafen. Im Hintergrund ist das Logo der Fluggesellschaft Condor zu sehen.

Die Fluggesellschaften Lufthansa und Condor haben ihren Streit um touristische Langstreckenflüge beigelegt - vorerst. Die Lufthansa übernimmt damit weiterhin Zubringerflüge für Condor. Bis Mai 2022 wird eine Entscheidung des Kartellamts erwartet.

Die beiden vom Staat geretteten Fluggesellschaften Lufthansa und Condor haben ihren Streit um Zubringerflüge vorerst auf Eis gelegt. Die beiden Unternehmen verlängerten ihre langjährige Vereinbarung, die Lufthansa im vergangenen Herbst aus Konkurrenzgründen gekündigt hatte. Das teilten Sprecher beider Airlines am Dienstag in Frankfurt mit.

Zubringerflüge bis Mai 2022 gesichert

Kundinnen und Kunden der Ferienfluggesellschaft Condor können nun sicher sein, dass bis einschließlich 10. Mai 2022 ihre Zubringerflüge mit Lufthansa, Swiss oder Austrian fester Bestandteil ihrer Fernreise sein werden. Condor selbst könnte ein derart dichtes Zubringernetz nach Frankfurt nicht anbieten. Bis zu dem genannten Termin soll das Bundeskartellamt über die Sache im Hauptverfahren entschieden haben.

Die Lufthansa hatte jahrelang Zubringerflüge nach Frankfurt für Fernreisen mit Condor angeboten. Diesen pauschalen Vertrag kündigte der Konzern im vergangenen Herbst. Dadurch wurde es schwieriger für Urlauberinnen und Urlauber, einen Anschlussflug bei Condor zu buchen. Condor legte deshalb im Januar Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Die Behörde sah nach einer vorläufigen Prüfung in der Kündigung einen Missbrauch der Marktmacht durch die Lufthansa.

Lufthansa will selbst mehr touristische Flüge anbieten

Der von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa-Konzern will selbst stärker in das von Condor betriebene Geschäft mit touristischen Langstreckenflügen einsteigen. Dafür hat Lufthansa den neuen Flugbetrieb "Eurowings Discover" gegründet, in dem die touristischen Flüge gebündelt werden sollen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte, das noch laufende Eilverfahren werde voraussichtlich eingestellt. Er erklärte: "Wir werden aber im Hauptsacheverfahren prüfen, ob die Vereinbarung über die kommenden zwölf Monate hinaus aufrechterhalten werden muss. Lufthansa ist nach unserer vorläufigen Auffassung beim Angebot von Zubringerflügen zu den großen Flughäfen in Deutschland marktbeherrschend." Es müssten zudem weitere kartellrechtliche Fragestellungen geprüft werden.

Sendung: hr-iNFO, 13.05.2021, 14 Uhr