Beschäftigte demonstrieren in Roding gegen Continental-Werkschließungen

In Hessen hat die Aktionswoche gegen den Stellenabbau bei Continental begonnen. Rund 5.000 Stellen und ganze Standorte stehen auf der Kippe. Doch die Beschäftigten wollen nicht aufgeben.

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Betriebsräte und IG Metall haben ihre Aktionswoche gegen mögliche Werksschließungen des Autozulieferers Continental in Hessen begonnen. "Die großen Strategen in der Conti-Führungsriege scheinen ihrem Kurs treu zu bleiben, sich binnen kürzester Zeit möglichst vieler Mitarbeiter oder gleich ganzer Standorte in Deutschland zu entledigen", kritisierte der Betriebsrat des Werkes in Karben (Wetterau) in einem am Montag veröffentlichten Schreiben.

Das Werk in Karben mit 1.100 Beschäftigten steht nach Angaben der Arbeitnehmervertreter auf der Streichliste. "Es wird ziemlich sicher ein Kampf gekämpft werden, den Continental noch nicht erlebt hat", kündigte Gewerkschaftsvertreter Michael Erhardt zum Auftakt der Aktionswoche der IG Metall an. "Die Stimmung ist sehr kampfeslustig."

Rund 5.000 Arbeitsplätze in Hessen auf der Kippe

In der vergangenen Woche hatte Continental mitgeteilt, dass neben dem Werk in Karben auch 2.200 der rund 3.000 Stellen in Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) wegfallen sollen. Laut Mitteilung will sich das Unternehmen dort bis Ende 2025 schrittweise aus der Serienproduktion von Steuerungsinstrumenten im Fahrzeug zurückziehen und bestimmte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an andere Standorte verlagern. Am Standort in Schwalbach (Main-Taunus) sollen rund 180 Stellen wegfallen, in Frankfurt-Rödelheim sollen 500 Stellen gestrichen werden.

Der Zulieferer begründet diesen Schritt mit einer "Transformation in der Automobilbranche", die durch die Corona-Pandemie beschleunigt worden sei.

Gewerkschaft: "Kampfansage an die Beschäftigten"

Im Rahmen der Aktionswoche ist an diesem Donnerstag eine Menschenkette vom Conti-Werk Karben zum Rathaus der Stadt mit anschließender Kundgebung geplant. Im südhessischen Babenhausen soll es - ebenfalls am Donnerstag - einen Autokorso geben.

Der Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, sagte, die Standorte in Hessen seien von den angekündigten Abbauplänen besonders betroffen. Er wirft Continental vor, die Corona-Krise als Vorwand zu nehmen, um seine Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der Beschäftigten auszubauen. "Das ist keine Strategie, das ist eine Kampfansage an die Beschäftigten", sagte er laut der Mitteilung.

Köhlinger fordert zudem die schwarz-grüne Landesregierung auf, zugunsten der Beschäftigten und des Standorts Hessen aktiv zu werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gewerkschaft kündigt Proteste bei Continental an

Bauarbeiten am Continental-Hauptsitz in Hannover.
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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 07.09.2020, 13.00 Uhr