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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Amazon-Beschäftige bestreiken Weihnachtsgeschäft

Eine Verdi-Fahne vor einem Amazon Standort

Beschäftigte in den Verteilzentren von Amazon wollen bis Heiligabend die Arbeit niederlegen. Sie kämpfen seit Jahren für bessere Tarifverträge.

Bis zum 24. Dezember wollen etwa 500 Beschäftigte bei Amazon in Bad Hersfeld ihre Arbeit niederlegen. Bei dem Streik geht es um bessere Bezahlung und mehr Gesundheitsschutz. Seit Jahren fordern die Beschäftigten außerdem einen Tarifvertrag nach den Regularien des Einzel- und Versandhandels und nicht länger der Logistikbranche. Der Streik begann nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi am Montagmorgen mit der Frühschicht.

"Angesichts der Rekordumsätze und Rekordgewinne des Konzerns stünde den Beschäftigten eine Rekordbezahlung zu", sagte die zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Das sei allerdings nicht der Fall: Das reguläre Monatsbruttoentgelt liege bei langjährigen Amazon-Versandmitarbeitern rund 160 Euro zu niedrig.

Auch das Amazon-Weihnachtsgeld und die im Dezember ausgelobte Corona-Prämie befänden sich weit unter dem tariflichen Weihnachtsgeld. Die Mitarbeiter seien "an der Grenze ihrer Belastbarkeit".

Amazon: "Exzellente Löhne"

Amazon lehnt die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels ab. Die Tätigkeiten an den verschiedenen Standorten seien nicht dem Einzelhandel, sondern der Logistik zuzurechnen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitierten bereits von "exzellenten Löhnen, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen". Oberste Priorität seien deren Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Aktionen hätten keine Auswirkungen auf Kundenlieferungen, teilte der weltgrößte Onlinehändler am Montag mit. Der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den beiden Standorten in Bad Hersfeld arbeite ganz normal.

Sendung: hr-iNFO, 21.12.2020, 8 Uhr