Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt steht seit 15 Jahren leer.
Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt steht seit 16 Jahren leer. Bild © picture-alliance/dpa

Das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt hat anscheinend neue Besitzer. Stadt und Land hatten um die Zukunft des Grundstücks gestritten. Nun hat das Finanzministerium den Verkauf bestätigt.

Der Streit um das ehemalige Polizeipräsidium in begehrter Frankfurter Innenstadtlage hat womöglich bald ein Ende: Wie das Finanzministerium am Mittwochnachmittag mitteilte, gibt es einen unterzeichneten Kaufvertrag. Wer der Käufer ist, sagte es nicht.

Einzelheiten will Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Landtag bekannt geben. Daran sollen auch "Vertreter des neuen Besitzers" teilnehmen.

Hochhaus möglich

Das dem Land gehörende Gelände mit dem früheren Polizeipräsidium umfasst mehr als 15.000 Quadratmeter. Das seit 2002 leerstehende Gebäude ist baufällig. Im September vergangenen Jahres startete das Land das Verkaufsverfahren, bei dem es mit mehreren Interessenten verhandelte. Im November war von zehn Bietern die Rede, die in die nächste Runde gingen.

Das Baurecht ermöglicht an dem Ort ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Büro und Hotel, auf dem auch ein Hochhaus von bis zu 145 Metern Höhe entstehen kann.

Zankapfel in Stadt und Land

Stadt Frankfurt und Land streiten um den Verkauf. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warf dem Land vor, es treibe wie ein "privater Spekulant" den Preis für das Gelände so stark in die Höhe, dass dort Luxuswohnungen und teure Büros entstünden. Daran habe Frankfurt kein Interesse.

Vor rund einer Woche schaltete sich auch SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ein. Er warf CDU-Finanzminister Schäfer vor, die Öffentlichkeit bewusst beim Immobilientransfer zu täuschen.

Das Finanzministerium verwies darauf, dass beim Verkauf des Geländes in der Innenstadt 40 Prozent der Geschossfläche für Wohnen vorgesehen seien. Ein knappes Drittel davon sei geförderter Wohnraum. Außerdem seien im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung eine Schulturnhalle sowie Krippe und Kita vorgesehen.

"Größtmöglichen Preis rauspressen"

Schäfer-Gümbel sagte dazu, das Land sei erst nach ergebnislosen Verhandlungen durch den Bebauungsplan zum Einlenken gezwungen worden. "Schäfer wollte den größtmöglichen Preis rauspressen und hat sich einer Konzeptvergabe verweigert." Die auch vom Land den Kommunen empfohlene Konzeptvergabe sehe vor, an die Vergabe von inhaltlichen Vorgaben zu knüpfen und nicht allein den Preis im Blick zu haben.

Sendung: hr-iNFO, 28.02.2018, 17.00 Uhr