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Zum Schluss brachte eine Nachtsitzung den Durchbruch: Acht Prozent mehr Gehalt in knapp drei Jahren erhalten die Angestellten des Landes Hessen. Das dürfte auch die Beamten freuen.

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Die rund 45.000 Angestellten des Landes Hessen bekommen nach einer Einigung bei den Tarifverhandlungen stufenweise acht Prozent mehr Geld. Wie die Gewerkschaft Verdi und der dbb Beamtenbund als Vertreter der Arbeitnehmer am Freitag mitteilten, sollen die Gehälter von Berufseinsteigern prozentual stärker steigen.

"Das ist eines der besten Tarifergebnisse für Hessen seit langem", sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Auch sein Pendant beim dbb ist zufrieden: "Mit dieser Tarifeinigung ist ein fairer Kompromiss gelungen. Hessen bleibt damit als Arbeitgeber nicht nur konkurrenzfähig, sondern kann sogar einige positive Akzente setzen."

Beuth: "Hervorragende Arbeit würdigen"

Über die Erhöhungen können sich unter anderem Mitarbeiter in den Ministerien, beim Landesforst und den Straßenmeistereien freuen. "Mit diesem Tarifabschluss wollen wir bewusst die hervorragende Arbeit der Beschäftigten würdigen", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU).

Der Einigung am Freitagvormittag waren rund 20 Stunden Verhandlungen vorausgegangen. Hessen war 2004 als einziges Bundesland aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ausgetreten und verhandelt seitdem in Eigenregie. Dennoch orientiere sich der aktuelle Tarifabschluss weitestgehend an der TdL-Übereinkunft, die Verdi und der Beamtenbund dbb Anfang März mit den in der TdL vertretenen Bundesländern erzielte, so die Gewerkschaft.

Ähnlich wie in anderen Bundesländern

Die rund eine Million Beschäftigten der Bundesländer bekommen stufenweise acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 33 Monaten. Nach Angaben der Gewerkschaften werden die Gehälter zum 1. März 2019 um 3,2 Prozent, mindestens aber 100 Euro erhöht.

In der jeweiligen Eingangsstufe steigen sie um 4,5 Prozent. Zum 1. Februar 2020 bekommen die Beschäftigten dann erneut 3,2 Prozent mehr Geld, wieder mindestens 100 Euro und Berufsanfänger 4,3 Prozent. Die dritte Erhöhung folgt dann am 1. Januar 2021 mit 1,4 Prozent und mindestens 40 Euro mehr. Beschäftigte der Eingangsstufe erhalten 1,8 Prozent mehr Gehalt. Die Ausbildungsvergütungen steigen nach Angaben von Verdi um 120 Euro in zwei Stufen.

Vorfreude der Beamten

Der Beschluss hat noch weitreichendere Folgen: Die Einigung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst wird auch auf die Beamten des Landes übertragen, wie Beuth kurz nach der erzielten Einigung mitteilte.

Sendung: hr-iNFO, 29.03.2019, 14:20 Uhr