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Audioseite Stallpflicht im Kreis Groß-Gerau

Hühner schauen durch ein Stall-Gitter nach draußen

Hühner und Puten rund um Groß-Gerau dürfen vorerst nicht ins Freie: Aus Sorge vor der Vogelgrippe hat der Kreis eine Stallpflicht angeordnet. In der Nähe brach die Krankheit aus.

Aus Angst vor der Vogelgrippe hat der Kreis Groß-Gerau die Stallpflicht für Geflügel angeordnet. So müssten etwa Hühner oder Puten entweder in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung gehalten werden, die gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert sei, teilte der Kreis am Mittwoch mit.

Ausbruch 40 Kilometer entfernt

Die Verwaltung begründet das mit einem Ausbruch der Geflügelpest in einer Tierhaltung in Baden-Württemberg. Diese sei "rund 40 Kilometer von der Kreisgrenze des Kreises Groß-Gerau entfernt", heißt es in der Mitteilung. Nach Angaben des Umweltministeriums ist Groß-Gerau derzeit der einzige Kreis im Land, die eine Stallpflicht verhängt hat.

"Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine hoch ansteckende Erkrankung, die neben Tierverlusten hohe wirtschaftliche Einbußen für die betroffenen Haltungen zur Folge hat", sagte die Amtstierärztin des Kreises, Katrin Stein. Zudem habe sich gezeigt, dass der Handel mit Geflügel eine weitere erhebliche Verschleppungsgefahr darstelle.

Heftige Vogelgrippe-Welle 2020/2021

Die Stallpflicht soll verhindern, dass sich Nutztiere und Wildvögel gegenseitig mit dem Virus anstecken. Geflügel-Landwirte erinnern sich mit Schrecken an den vergangenen Winter, als bundesweit 1,8 Millionen Tiere wegen der Seuche getötet werden mussten. Nach Angaben des Umweltministeriums hatten landwirtschaftliche Betriebe dadurch Einkommensverluste von vermutlich über 20 Millionen Euro.

Seitdem sei das Infektionsgeschehen der Vogelgrippe zwar abgeflaut, aber nie ganz zum Erliegen gekommen. Seit Mitte Oktober 2021 wurden laut Ministerium bundesweit wieder mehr infizierte Vögel gefunden und gemeldet - so in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bayern.

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