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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Saisonaler Anstieg, dauerhafter Rückgang

Ein Arbeiter in einem Mercedes-Werk

So niedrig wie 2019 war die Arbeitslosigkeit in Hessen schon lange nicht mehr. Im neuen Jahr könnte es noch ein wenig besser werden. Doch in einigen Branchen gibt es Grund zur Sorge.

Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre gefallen. Durchschnittlich waren 149.800 Menschen arbeitslos gemeldet. Das war knapp ein Drittel weniger als 2009, wie die Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit am Freitag mitgeteilt hat.

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Diese Bilanz zeige, "dass der Arbeitsmarkt in einem hohen Maß für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung aufnahmefähig war", sagte Almuth Schlosser von der Geschäftsführung der Regionaldirektion. Vom konjunkturellen Aufschwung hätten aber auch Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen profitiert.

Die Entwicklung entspricht dem bundesweiten Trend: Die Zahl der Beschäftigten hat in ganz Deutschland Rekordniveau erreicht. Die Dynamik am Arbeitsmarkt nimmt jedoch ab und nährt die Sorge vor einer langfristigen Abschwächung.

Trend könnte sich fortsetzen

Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit von November auf Dezember in Hessen hat vor allem andere, saisonale Gründe. Im Winter wird vielen Menschen in Außenberufen wie dem Bau vorübergehend gekündigt. Zudem sinkt nach Weihnachten der Arbeitskräftebedarf des Handels.

Die Arbeitslosenquote im November und Dezember

Im Dezember waren in Hessen 3.400 Menschen mehr arbeitslos als im November - insgesamt knapp 147.000. Die Arbeitslosenquote ist damit leicht von 4,2 auf 4,3 Prozent gestiegen. Es gibt rund 53.000 unbesetzte Stellen in Hessen. Besonders gefragt sind Verkäufer und Logistiker.

Nicht alle profitieren

Für das Jahr 2020 rechnet die Regionaldirektion insgesamt mit einem weiteren leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Beschäftigten werde aber wohl langsamer als zuletzt steigen. Und davon profitieren nicht alle Regionen gleichermaßen.

Gefährdet sind Arbeitsplätze nicht zuletzt in der Finanzwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe. Letzteres trifft vor allem Bezirke mit mehr klassischer Industrie wie Limburg-Wetzlar, Gießen oder Hanau.

Betroffen vom Abwärtstrend in der Industrie sind vor allem Männer und über 50-Jährige. Die boomenden Branchen Kommunikation, Öffentlicher Dienst, Erziehung und Gesundheit sollten nach Einschätzung der Agentur für Arbeit die Jobverluste in der Industrie und Finanzwirtschaft in diesem Jahr ausgleichen können.

Sendung: hr-iNFO, 03.01.2020, 10 Uhr