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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Arbeitslosigkeit in Hessen im Juni weiter gestiegen

Vor dem Hintergrund eines Fotos vom Arbeitsamt steht die Arbeitslosenquote im Juni 2020 in der Höhe von 5,7% geschrieben.

Die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Im Juni waren davon auch Auszubildende betroffen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist infolge der Corona-Krise weiter gestiegen. Insgesamt 197.000 Menschen waren im Juni arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das sind rund 5.000 mehr als im Mai, was einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent bedeutet.

Im Vergleich zum Juni 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um rund 50.000. Das ist ein Zuwachs um gut ein Drittel. Besonders betroffen sei das Rhein-Main-Gebiet, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin - darunter insbesondere Bad Homburg, Frankfurt, Offenbach und Hanau. In anderen Regionen wie dem Vogelsbergkreis schlügen die Folgen der Corona-Pandemie dagegen bislang weniger auf den Arbeitsmarkt durch.

Unternehmen stellen weniger Auszubildende ein

Martin nannte drei Gründe für den weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen: Erstens würden aufgrund der Corona-Beschränkungen mehr Arbeitnehmer entlassen. Zweitens stellten Unternehmen aktuell weniger Arbeitnehmer und auch Auszubildende ein. Drittens tauchten in den Statistiken wie bereits in den Vormonaten auch die Menschen auf, die sonst ohne Corona-Krise an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen hätten.

So gebe es derzeit nur noch rund 32.000 gemeldete Ausbildungsstellen - knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die offenen Stellen für Fachkräfte sanken noch deutlicher: um rund ein Drittel im Vergleich zum Juni 2019 auf knapp 39.000.

Die meisten Unternehmen setzten weiterhin auf Kurzarbeit, um Entlassungen zu verhindern. "Man kann grundsätzlich sagen, dass die Zahl der Unternehmen, die sich zurzeit über Kurzarbeit helfen, weit größer ist als die Zahl derer, die Mitarbeiter entlassen", sagte Martin dem hr.

Negativtrend wird sich fortsetzen

Für den Zeitraum März bis Juni haben nach Angaben der Arbeitsagentur rund 64.000 Unternehmen einen Bedarf an Kurzarbeit für insgesamt 871.000 Mitarbeiter angezeigt. Etwa 70 Prozent dieser Unternehmen hätten das Instrument bislang auch tatsächlich genutzt: Für mehr als 111.000 Beschäftigte seien Anträge auf konkrete Auszahlung gestellt worden. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen habe die Kurzarbeit bereits wieder auslaufen lassen.

Die Regionaldirektion geht weiterhin nicht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres vollständig erholen wird. "Eine Rückkehr auf ein Vorkrisenniveau bei der Arbeitslosigkeit ist in den nächsten Wochen und Monaten schlicht unrealistisch", sagte Martin. Zum aktuellen Zeitpunkt sei bereits absehbar, dass bestimmte Branchen wie die Luftfahrt oder die Gastronomie trotz Kurzarbeit dazu gezwungen seien, Personal zu entlassen.

Sendung: hr-iNFO, 01.07.2020, 10 Uhr