Die Grafik zeigt die Arbeitslosenquote von September 2021 in der Höhe von 4,9%. Der daneben stehende Pfeil zeigt nach unten, da im Vormonat die Quote bei 5,1 lag. Im Hintergund ist eine fotografischer Ausschnitt der Bundesagentur für Arbeit zu sehen.

Die Arbeitslosenquote in Hessen liegt erstmals seit der Pandemie unter fünf Prozent. Ein Grund: Viele Unternehmen stellen nach den Sommerferien wieder ein. Einige Regionen und Branchen stecken aber noch in der Krise.

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In Hessen ist die Zahl der Arbeitslosen im September leicht gesunken. Wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren rund 168.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind mehr als 9.000 weniger als im August. Damit fiel die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent - und lag damit erstmals seit der Corona-Krise unter fünf Prozent.

Mehr Beschäftigte als vor der Krise

Der Geschäftsführer der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, sagte dem hr, es gebe einen deutlichen Aufwärtstrend. "Viele Branchen haben die Krise bereits hinter sich gelassen. In Summe kann man für Hessen konstatieren, dass wir wieder mehr Beschäftigte haben als vor der Krise." Es gebe auch wieder so viele freie Stellen wie vor der Corona-Pandemie. "All das sind positive Signale", sagte Martin.

Ein wichtiger Auslöser für den positiven Trend ist das Ende der Sommerferien, wie Frank Martin erläuterte. "Der September ist ein typischer Monat, in dem wieder eingestellt wird. Das wird sich in den nächsten ein, zwei Monaten nach unserer Einschätzung auch noch weiter positiv entwickeln."

Einzelne Branchen und Regionen "arg gebeutelt"

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gebe es einige Regionen, die die Krise noch nicht überwunden haben, erklärte Martin. "Zum Beispiel Offenbach sowie der Frankfurter und der Wiesbadener Raum liegen noch deutlich über dem Vorkrisenniveau, was die Arbeitslosenquote angeht." Das liege unter anderem am Frankfurter Flughafen und der Messe, "die noch arg gebeutelt sind und natürlich nicht so laufen wie vor der Krise", sagte Martin.

Die meisten Branchen hätten die Corona-Krise zwar überwunden. Es gebe aber noch einzelne Branchen, zum Beispiel das Gastgewerbe, "die sich noch nicht annähernd da befinden, wo sie vor der Krise waren".

Eine Kellnerin bedient zwei Gäste in einem Café.

Kurzarbeitswelle unwahrscheinlich

Dass es durch die Corona-Krise in näherer Zukunft noch einmal in großem Umfang zu Kurzarbeit kommen könnte, hält Frank Martin für unwahrscheinlich. "Trotzdem werden Corona und die Folgen uns wahrscheinlich Jahre beschäftigen, weil sie in einzelnen Regionen und Branchen doch tiefe Gräben hinterlassen haben."

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