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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hier taucht Hessen bei den möglichen Endlagern auf

Atommüll-Fässer werden im Salzbergwerk Asse abgeladen

Wohin mit dem Atommüll? Hessen ist kein Fokusbundesland, taucht aber in der Karte möglicher Lagerstätten auf.

Zu den Gebieten in Deutschland, die günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager aufweisen, gehören auch hessische Regionen. Das geht aus dem am Montag vorgelegten ersten Teilbericht zur Standortsuche der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor. Darin sind auf einer Karte auch in Nord-, Ost- sowie Südhessen sogenannte Teilgebiete mit bestimmten Gesteinen aufgeführt, die damit zumindest theoretisch als Lagerstätte infrage kommen.

Eines dieser Teilgebiete verläuft südöstlich der Linie Neu-Isenburg - Hainburg - Gelnhausen - Bad Soden-Salmünster - Fulda. Es streift Hessen aber nur am Rande. Insgesamt erstreckt es sich vom Südwesten der Republik über die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Ein anderes Teilgebiet beinhaltet das Werra-Fulda-Becken. Allerdings: Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist mit diesen ersten Teilgebieten noch längst nicht verbunden. Insgesamt wurden 90 solcher Gebiete in Deutschland identifiziert. Geeignet sind Umgebungen, in denen Salzgestein, Ton- oder kristallines Gestein vorkommt. In Hessen wären Salz- und Kristallingestein vorhanden.

Langwieriger Prozess

In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Orte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden. Berücksichtigt man die Überlappung einiger Regionen, ist dem Bericht zufolge in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als sogenanntes Teilgebiet ausgewiesen.

2031 soll der Standort für das Endlager gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall eingelagert werden.

Ministerin Hinz: Ära der Atomenergie ist vorbei

"Wir haben das vom Bundestag und Bundesrat beschlossene Konzept befürwortet und stehen weiterhin dazu", sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) zur Vorstellung des Berichts. Alle Länder seien in der Verantwortung, für ein wissenschaftsbasiertes Verfahren einzutreten. "Die hessische Landesregierung wird im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger das weitere Verfahren eng begleiten und genau darauf achten, dass dieses Konzept in ganz Deutschland fair und transparent umgesetzt wird."

Die Ära der Atomenergie sei endgültig vorbei, sagte Hinz weiter: "Für die hochradioaktiven Abfälle, die noch viele tausend Jahre Strahlung abgeben werden, müssen wir in Deutschland dennoch eine verantwortungsvolle Lösung finden, die von allen mitgetragen wird." In einem nächsten Schritt soll vom 17. bis 18. Oktober in Kassel der Auftakt zu einer - vor allem digital organisierten - Fachkonferenz zum Thema stattfinden, kündigte das Ministerium an. "Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können teilnehmen und sich in das Verfahren einbringen."

Sendung: hr-iNFO, 28.09.2020, 15 Uhr