Edersee Waldeck Wasser
Boote liegen im Edersee bei Waldeck vor der Staumauer an einem Steg. Bild © picture-alliance/dpa

Neue Regeln sollen die Trockenheitsprobleme im Edersee reduzieren. In den kommenden fünf Jahren wird testweise weniger Wasser an die Oberweser abgegeben.

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Mauerreste des Ortes Berich beim Waldeck im trockenen Edersee.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gespräch zum Streit über Wasserstand im Edersee

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Die Wasserabgabe aus dem Edersee ist ein Politikum. Um das aufgestaute Wasser länger im See zu belassen und dennoch die Schifffahrt auf der Weser aufrecht zu erhalten, werden nun die Richtlinien verändert.

"Zeitweilige Einschränkungen für die Schifffahrt"

"Es wird weiter an den Stellschrauben gedreht, um eine möglichst wassersparende Bewirtschaftung der Edertalsperre zu ermöglichen", teilte das Regierungspräsidium Kassel (RP) am Mittwoch mit. Gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt im niedersächsischen Hann. Münden hatte das RP am Dienstagabend im Bürgerhaus von Waldeck über die neuen Regeln informiert.

In den nächsten fünf Jahren wird testweise weniger Wasser an die Oberweser abgegeben. Es komme zu "zeitweiligen, aber kompromissfähigen Einschränkungen für die Schifffahrt auf der Weser". Die Gewässerökologie der Eder werde nicht beeinträchtigt, hieß es vom Regierungspräsidium.

Pegel der Weser wird um fünf Zentimeter gesenkt

Sobald der Inhalt der Talsperre eine bestimmte Marke unterschreitet, werde die Abgabe aus dem See so weit reduziert, dass der Wasserstand an der Weser bei Hann. Münden um fünf Zentimeter absinke. Das soll immer dann erfolgen, wenn sich weniger als 175 Millionen Kubikmeter Wasser im Edersee befinden - etwa zwölf Prozent unter der maximalen Staumenge.

Die Regelung gilt bis zum 1. September jeden Jahres. Danach werde der Weser-Pegel wieder auf den Stand von mindestens 1,20 Meter gebracht, soweit das erforderlich und noch ausreichend Wasser im See vorhanden sei.

Im Winter war getestet worden, die Wassermenge, die mindestens aus dem See abfließt, probeweise von 6.000 auf 4.000 Liter pro Sekunde zu verringern. Weil keine negativen Auswirkungen auf das Ökosystem der Eder festgestellt worden seien, soll das in den Wintern der nächsten fünf Jahre beibehalten werden.

Leerer Edersee gilt als Gefahr für Tourismus

Um das Wasser im Edersee wird seit Jahren gestritten. Es wird an der Edertalsperre abgelassen, um über die Eder die Oberweser für Schiffe befahrbar zu halten. Doch ein leerer Edersee gilt als Gefahr für den Tourismus.

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Allerdings schadeten die Dürre und der historische Niedrigpegel im vergangenen Jahr der Ferienregion offenbar nicht. Viele Gäste lockte das "Edersee-Atlantis", also die durch die Trockenheit auftauchenden Ruinen beim Staudammbau gefluteter Dörfer. Mitte Juni teilte das RP mit, der See sei "zur besten Zeit voll".

Sendung: hr-iNFO, 26.06.2019, 6 Uhr