Die Zentralen von Deutscher Bank (l.) und Commerzbank (hi. re.) in Frankfurt
Die Zentralen von Deutscher Bank (l.) und Commerzbank (hi. re.) in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Pläne für eine Mega-Bank sind gescheitert: Deutsche Bank und Commerzbank haben ihre Fusionsgespräche beendet. Das sorgt bei Gewerkschaft und Mitarbeitern für Erleichterung.

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Wie die Deutsche Bank und die Commerzbank am Donnerstag mitteilten, sind die seit Mitte März laufenden Gespräche über einen Zusammenschluss beider Institute offiziell beendet worden.

Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände der beiden Banken zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde. "Daher haben beide Banken entschieden, die Gespräche nicht fortzusetzen", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Zuvor hatten die Nachrichtenagentur Reuters und das Wall Street Journal berichtet, dass die seit Mitte März laufenden Verhandlungen festgefahren seien.

Fusionspläne waren umstritten

Monatelang war über eine Fusion der beiden Banken spekuliert worden. Laut Medienberichten soll Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) die beiden Chefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) dazu gedrängt haben, einen Zusammenschluss zu prüfen - noch möglichst vor der Europawahl Ende Mai.

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Montage: Logo der Deutschen Bank vor der Commerzbank-Zentrale

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Darum kam es zu den Fusionsgesprächen

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Hintergrund für die Sorge der Politik: Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, fehlt eine schlagkräftige internationale Großbank. Niedrige Zinsen im Euroraum und hohe Regulierungskosten erschweren der Branche das Geschäft. Bei der angeschlagenen Deutschen Bank kommen zudem teure juristische Altlasten hinzu.

Eine Fusion der beiden Banken zu diesem Zeitpunkt war allerdings unter Experten umstritten. Denn abgesehen von den hausgemachten Problemen bei der Deutschen Bank befindet sich die Commerzbank mitten in einer Umbauphase. Und so wuchs in dem Geldinstitut auch rasch der Widerstand gegen einen möglichen Zusammenschluss.

"Dieser Deal wäre ein Desaster gewesen"

Die Gewerkschaft Verdi befürchtete den Verlust von 30.000 Jobs. Sie reagierte am Donnerstag erleichtert auf das Aus für die Bankenfusion. "Die Nachteile eines solchen Zusammenschlusses hätten überwogen," sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Auch der Betriebsrat der Commerzbank begrüßte den Schritt. "Dieser Deal wäre für die Mitarbeiter ein Desaster gewesen," so Betriebsrätin Gabriele Seum.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutsche Bank und Commerzbank beenden Fusionsgespräche

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Der Chef des hessischen Linken, Jan Schalauske, bezeichnete die gescheiterte Bankenfusion als "Ohrfeige für die Bundesregierung und insbesondere für Finanzminister Olaf Scholz". Sie hätten die Fusion trotz Warnungen vorangetrieben. Lukrativ wäre sie aber nur für große Finanzinvestoren gewesen - nicht für die Beschäftigten, so Schalauske.