A380 auf dem Frankfurter Flughafen.
A380 auf dem Frankfurter Flughafen. Bild © hr/Andreas Graf

Vor knapp zehn Jahren sorgte der erste A380 im Lufthansa-Gewand für großes Aufsehen am Frankfurter Flughafen: Ein neuer Hangar wurde gebaut, Landebahnen mussten verlängert werden. Jetzt wird die Produktion des Riesen-Fliegers eingestellt.

Videobeitrag
Der erste A380 der Lufthansa in Frankfurt wird getauft

Video

zum Video Großer Bahnhof für den A380 bei seiner Taufe im Jahr 2010

Ende des Videobeitrags

Schon lange hing der Patient am Tropf, jetzt ist sein Ende besiegelt: Am Donnerstag hat der europäische Luftfahrtkonzern Airbus das Aus für den weltgrößten Passagierjet A380 verkündet. Das letzte Exemplar soll 2021 aus dem Hangar rollen.

Zuvor hatte die arabische Fluggesellschaft Emirates als größter Abnehmer seine einst 162 Exemplare umfassende Bestellung auf 123 reduziert. Somit gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion, teilte Airbus in Toulouse mit. Der Konzern zog die Reißleine.

Der Riesen-Flieger hat dem Unternehmen schon länger große Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren verkam das Premium-Produkt mehr und mehr zum Ladenhüter, kaum noch eine Airline hatte ein Modell geordert. Der Konzern fuhr die Produktion von zeitweise 30 Stück auf nur noch sechs Maschinen pro Jahr zurück.

Lufthansa bleibt gelassen

Dabei war der erste A380 im Lufthansa-Gewand erst im Mai 2010 von großer Euphorie begleitet am Frankfurter Flughafen getauft und in Dienst gestellt worden. Für den Neuankömmling wurde eigens ein neuer Hangar gebaut, mehrere Landebahnen mussten verlängert werden. "Wir sind froh, dass wir das Flugzeug jetzt haben", sagte der damalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, Ex-Ministerpräsident Roland Koch sprach sogar von einer "neuen Dimension des Fliegens". Wenig später brachte die "Frankfurt am Main" die DFB-Elf medienwirksam zur WM nach Südafrika.

Die Nachricht vom Aus des A380 weckte bei der Lufthansa hingegen deutlich weniger Emotionen. Der Entschluss von Airbus habe keine direkten Auswirkungen auf die Airline, teilte ein Sprecher am Donnerstag dem hr mit. Die Lufthansa habe ihre 14 bestellten Exemplare bereits erhalten und werde sie auch weiterhin betreiben. Damit ist die deutsche Airline der drittgrößte Abnehmer des A380. Derzeit startet und landet der Flieger bis zu 20 Mal täglich in Frankfurt.

Videobeitrag
Ein Airbus A380-800 der Lufthansa am Frankfurter Flughafen

Video

zum hr-fernsehen.de Video Boxenstopp für eine A380 - Putzen, checken, tanken

Ende des Videobeitrags

Dass es bei den 14 Großraumfliegern geblieben ist und keine weiteren hinzukamen, liegt auch daran, dass der Flugzeug-Gigant schon allein wegen der Spritkosten nur auf sehr wenigen Strecken eingesetzt werden kann, wie der Sprecher sagte. "Es hat sich gezeigt, dass ein profitabler Einsatz des A380 nur auf den extrem nachgefragten Strecken möglich ist", sagte auch Konzern-Chef Carsten Spohr. Ab Frankfurt fliegt der A380 die Ziele New York, San Francisco, Houston, Miami, Singapur, Schanghai und Delhi an.

Tausende Jobs in Gefahr

Wie es für die rund 3.500 betroffenen Airbus-Mitarbeiter weitergeht, die von der Einstellung der Produktion betroffen sind, ist noch unklar. Airbus werde nach eigenen Angaben in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern führen. Teile des A380 werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Angesichts der insgesamt weiterhin guten Auftragslage ist das Unternehmen aber optimistisch, einer Vielzahl andere Jobs anbieten zu können.

Der A380 hat je nach Ausstattung bis zu 853 Sitze. Der Superjet hat eine Reichweite von 15.200 Kilometern und ist gut 72 Meter lang. Seine Flügelspannweite liegt bei knapp 80 Metern. Für den Luftgiganten bekamen zahlreiche Flughäfen neue Terminals. Die Planungen für den A380 begannen 1995, im Jahr 2000 fiel der offizielle Startschuss. Den Erstflug absolvierte der Riesenvogel am 27. April 2005. Der kommerzielle Einsatz startete Ende Oktober 2007 mit einem Sonderflug zwischen Singapur und Sydney.

Sendung: hr-iNFO. 14.02.2019, 6.40 Uhr