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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Millionenschwerer Merck-Preis verliehen

Merck-Preisträger Steve Techtmann in seinem Labor in Michigan

Plastikmüll beseitigen und gleichzeitig etwas für die Ernährung der Weltbevölkerung tun - das ist zwei Forschern aus den USA gelungen. Der Darmstädter Pharmakonzerns Merck hat ihnen dafür den "Future Insight Prize" verliehen. Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert.

Dieses Projekt klingt so unglaublich wie märchenhaft: Aus Müll wird Nahrung. Zwei Forscher aus den USA sind auf dem besten Weg, diese Vision in die Tat umzusetzen. Die Wissenschaftler zersetzen Plastikabfall mithilfe von Mikroorganismen und erzeugen anschließend aus den Abbauprodukten Protein als Nahrungsbausteine.

"Dadurch sind wir in der Lage, sowohl das Problem der Ernährungsunsicherheit als auch das der Plastikverschmutzung anzugehen", sagt Ting Lu, Professor für Bioengineering an der University of Illinois. Gemeinsam mit Steve Techtmann (Michigan Technological University) bekam er am Dienstag den mit einer Million Euro dotierten "Future Insight Prize" des Darmstädter Pharmakonzerns Merck verliehen.

Freudensprünge und Jubelschreie

Ting Lu

"Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt: 'Des einen Müll ist des anderen Schatz'. Mit unserer Forschungsarbeit zur Umwandlung von Plastikabfällen in Nahrung machen wir genau das - aus etwas Wertlosem etwas Wertvolles", beschreibt Ting Lu die komplexe Forschung. Der Preis helfe dabei, diese nun weiter voranzutreiben. "Er schafft Freiräume, die es uns ermöglichen, interessanten Forschungsansätzen nachzugehen", ergänzt Techtmann, der wie Lu nach verpasstem Anruf erst per Mail von der Auszeichnung erfuhr. "Ich habe Freudensprünge gemacht und in meinem Wohnzimmer Jubelschreie ausgestoßen", berichtet Lu.

Merck hatte aus Anlass des 350. Geburtstag des Unternehmens 2018 versprochen, den "Future Insight Prize" ab 2019 für 35 Jahre zu vergeben. Er richtet sich speziell an Projekte, die wichtige Meilensteine bei der Bekämpfung von Menschheitsproblemen in den Feldern der Gesundheit, Energie und Ernährung auf den Weg gebracht haben. "Genau darum geht es mir im Kern: Neues zu entdecken und in etwas Konkretes zu verwandeln, das der Gesellschaft einen Nutzen bringt", beschreibt der diesjährige Preisträger Techtmann seinen Forschergeist.

Doppelter Nutzen

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hielt die Laudatio auf die beiden Gewinner und stellte wie Merck-Chefin Belén Garijo den doppelten Nutzen des Forschungsprojekts heraus. "Die Gewinner des diesjährigen 'Future Insight Prize' haben eine bahnbrechende Technologie entwickelt, mit der zukünftig sichere Nahrungsmittel auf nachhaltige Weise erzeugt und gleichzeitig die durch Plastikabfall und konventionelle Landwirtschaft verursachten Umweltbelastungen reduziert werden könnten", so Garijo.

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