Die Grafik zeigt viele Verkehrsmittel im Piktogrammstil, wie sie in die Ferien fahren.
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Zeugnisse, Sommerferien! Ab Freitagmittag fahren viele Familien in den Urlaub. Wo die Staugefahr auf den Autobahnen am Wochenende besonders groß ist, wie sich der Frankfurter Flughafen auf den Ansturm vorbereitet hat und wie es bei der Bahn aussieht.

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Offiziell beginnen die Sommerferien in Hessen am Montag, 1. Juli. Doch schon nach der Zeugnisausgabe am Freitagvormittag fahren erfahrungsgemäß die ersten Familien in den Urlaub. Bereits dann ist mit Staus auf den Straßen und Wartezeiten an Flughäfen und Bahnhöfen zu rechnen. Hier die wichtigsten Infos und Tipps zum Ferienbeginn:

Hier ist die Staugefahr besonders groß

Mit Hessen starten an diesem Wochenende vier weitere Bundesländer in die Ferien: Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und das Saarland. Berlin und Brandenburg starten schon in die zweite Ferienwoche.

Auch deshalb ist bereits ab Freitag mit viel Verkehr und Staus auf den Straßen zu rechnen. Laut ADAC sind vor allem am Freitagnachmittag, Samstagvormittag- und -nachmittag sowie am späten Sonntagnachmittag volle Straßen zu erwarten. Wer die Möglichkeit hat erst in der kommenden Woche in den Urlaub zu fahren, sollte die Gelegenheit nutzen. Dann dürften die Straßen etwas leerer sein. Auch früh am Morgen und in der Nacht sind die Straßen aller Voraussicht nach nicht ganz so voll.

In Hessen sind laut ADAC folgende Strecken besonders belastet:

  • A3 Köln-Frankfurt-Nürnberg
  • A5 Hattenbacher Dreieck-Frankfurt-Karlsruhe
  • A7 Hamburg-Hannover-Kassel-Würzburg

So steht es um die Baustellen

Der ADAC warnt zusätzlich vor zahlreichen Baustellen und Lkw, die die angespannte Verkehrssituation noch verschlimmern dürften. In der Ferienzeit gelten für Lkw über 7,5 Tonnen zwar auch samstags Fahrverbote. Doch das erweiterte Fahrverbot für Lkw gilt erst ab dem offiziellen Ferienbeginn am Montag, 1. Juli. Erst dann dürfte sich die Lage etwas entspannen.

Um den Baustellenstress etwas zu verringern, verzichtet die Verkehrsbehörde Hessen Mobil zu Beginn (28. bis 30. Juni) und Ende (9. bis 11. August) der Ferien auf Tagesbaustellen. Einen Überblick über die großen Baustellen auf den hessischen Reiserouten hier bei Hessen Mobil.

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Worauf Flugreisende achten sollten

In den Sommerferien erwartet der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport bis zu 240.000 Fluggäste täglich. Die Terminals werden voll. "Das sind neue Spitzenwerte, die dafür sorgen, dass die Infrastruktur unserer beiden Terminals den ganzen Sommer über nahezu voll ausgelastet sein wird", sagt Thomas Kirner vom Flugbetriebs- und Terminalmanagement.

Eine gute Reisevorbereitung sei wichtiger denn je. Damit für Fluggäste die Reise möglichst entspannt abläuft, empfiehlt Fraport eine Anreise von mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug. Wer die Möglichkeit hat, sollte vorab online über die Internet-Seiten der Fluggesellschaften einchecken. Das reduziere die Wartezeit und den Andrang an den Schaltern. Bei der Anreise mit dem Auto sollten Reisende auf jeden Fall einen Parkplatz im Voraus buchen.

Droht ein Flugchaos wie im vergangenen Jahr?

Der vergangene Sommer wird vielen Flugreisenden noch in schlechter Erinnerung sein. Es kam zu vielen Verspätungen, in einigen Fällen wurden Flugzeuge verpasst. Bund, Länder, Fluggesellschaften, Flughäfen und die Flugsicherung haben sich seitdem mehrfach zusammengesetzt. Sie suchen eine Lösung, um ein erneutes Flugchaos zu vermeiden.

Doch auch Bundesverkehrsminister Andres Scheuer (CSU) musste einräumen, dass nicht alle Probleme gelöst sind. "In diesem Sommer können wir noch nicht alle glücklich machen", sagte er im Frühjahr nach einem Luftfahrtgipfel in Hamburg.

Ebenfalls denkbar sind Streiks in der Ferienzeit am Frankfurter Flughafen. Das könnte eine zusätzliche Belastung bedeuten. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kündigte bereits für Juli Arbeitskämpfe mit dem Lufthansa-Konzern an. Betroffen wären Reisende der Fluggesellschaften Lufthansa, Eurowings und Germanwings. "Der Chaos-Sommer, der uns letztes Jahr beglückt hat, wird dieses Jahr wahrscheinlich nochmal größer", sagte UFO-Vize Daniel Flohr in Frankfurt.

Das kommt auf Bahnfahrer zu

Auch bei der Bahn drohen volle Züge. Besonders gefragte Reisezeiten seien der Freitag- und Sonntagnachmittag, heißt es bei der Bahn. Wer flexibel reisen kann, solle deshalb auf einen anderen Tag außerhalb des Wochenendes ausweichen. Dann seien die Tickets auch oft günstiger und die Chance auf einen freien Sitzplatz größer.

Die Bahn empfiehlt Reisenden, im DB Navigator die Auslastung der Züge zu überprüfen. Die neue Anzeige der Deutschen Bahn zeigt mithilfe einer Ampel für jeden Zug, wie ausgelastet dieser vermutlich sein wird. Wer flexibel ist, sollte nach Möglichkeit auf weniger nachgefragte Züge ausweichen. Eine erhöhtes Reiseaufkommen im Rhein-Main-Gebiet erwartetet die Bahn nicht. "Dadurch, dass Schüler und Pendler im Urlaub sind, sind die S-Bahnen normal ausgelastet", sagte eine Sprecherin.

Wer eine Reise erst in der zweiten Hälfte der Ferien plane, solle sich nach Auskunft der Bahn möglichst schnell um eine Fahrkarte kümmern. Das erhöhe die Möglichkeit, ein günstiges Ticket zu erhalten.

Sendung: hr3, 28.06.2019, 6 Uhr