Dichter Autoverkehr auf der Frankfurter Friedensbrücke

107 Stunden verbringen Autofahrer in Frankfurt durchschnittlich pro Jahr in Stau und stockendem Verkehr - das ist bundesweit Platz sieben. Hessens Verkehrsminister Al-Wazir ist trotzdem optimistisch.

Fast viereinhalb Tage ihres Lebens verbringen Autofahrer in Frankfurt jährlich im Stau oder im zähfließenden Verkehr. Das ergab eine Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix.

Damit wird die Geduld der hessischen Autofahrer allerdings nicht so sehr strapaziert wie die der Berliner, die im Durchschnitt 154 Stunden wartend im Auto verbringen. Dicht gefolgt von den Münchenern mit 140 und den Hamburgern mit 139 Stunden.

Erst im Januar hatte der ADAC eine Bilanz der Staus auf hessischen Autobahnen im vergangenen Jahr gezogen. Hier nahm die Zahl der Staukilometer zwar zu, die Zeit, die Autofahrer im Stau stehen mussten, aber ebenfalls ab.

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zum Video ADAC-Bilanz 2018: So lange standen Autofahrer auf hessischen Autobahnen

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Elf Tage im Stau in Bogotá

Im internationalen Vergleich geht es den Hessen noch gut: In Metropolen wie Rom, Paris, London und Moskau verbringen die Autofahrer teils deutlich mehr als 200 Stunden jährlich im Stau und stockenden Verkehr.

Ganze 272 Stunden pro Jahr stehen die Autofahrer in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá im Stau, was mehr als elf Tage entspricht. Nicht gerade ein erstrebenswerter erster Platz.

Hohe Kosten durch Staus

Die hohen Zeitverluste bedeuten laut Inrix auch eine große finanzielle Belastung. Die direkten wirtschaftlichen Kosten, die durch Staus verursacht wurden, belaufen sich allein in Frankfurt auf 935 Euro. Zum Vergleich: In Berlin auf bis zu 1.340 Euro.

Auch wenn es sich nicht so anfühlt, sind die Wartezeiten im Stau trotz des hohen Verkehrsaufkommens zurückgegangen, heißt es in der Inrix-Studie. Deutschlandweit sind es sechs Prozent weniger, in Frankfurt war es ein Rückgang von acht Prozent.

Verkehrsminister sieht Politik bestätigt

Das nimmt auch Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zum Anlass für Optimismus. Bei den staureichsten Städten sei Hessen nur mit Frankfurt vertreten und das lediglich auf Platz sieben, teilte er am Dienstag mit. "Angesichts unserer weit überdurchschnittlichen Verkehrsbelastung bestätigt das erneut das professionelle Verkehrsmanagement von Hessen Mobil und die konsequente Verkehrspolitik der Landesregierung."

Neben der Sanierung von Straßen setze man sich für den Ausbau der Schienenstrecken ein. "Denn ohne ein leistungsfähigen Bahnsystem werden wir die Probleme auf der Straße nicht lösen können."

Nach Ansicht der Macher der Studie gibt es trotz des leichten Rückgangs des Verkehrsaufkommens noch viel zu tun, um den Verkehrsfluss in den Städten dauerhaft zu verbessern: "Auch in den nächsten Jahren werden Staus schwerwiegende Folgen für die deutsche Wirtschaft und die Bevölkerung haben. Wenn wir diese Belastungen reduzieren wollen, müssen wir in intelligente Verkehrssysteme investieren."

Weitere Informationen

Die Studie

In der "Global Traffic Scorecard" des Verkehrsinformationsanbieters Inrix werden jedes Jahr die Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 200 Städten und 38 Ländern identifiziert und bewertet. Die Daten kommen von Autoherstellern und Verkehrsbehörden. Verglichen wird die durchschnittliche Fahrtdauer mit der schnellstmöglichen Verbindung.

Im Gegensatz zum Vorjahr haben sich die Zahlen für 2018 deutlich erhöht, das liegt allerdings an geänderten Parametern. Für die Studie hat Inrix erstmals die Wartezeiten in Stau und zähfließendem Verkehr zusammengezählt. In den Vorjahren hatte Inrix nur die reinen Staustunden gezählt. So lag München bundesweit mit 51 Stunden auf Platz 1 und Frankfurt mit 36 Stunden auf Platz 8.

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Sendung: hr-iNFO, 12.02.2019, 06.00 Uhr

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12 Kommentare

  • Staus und extrem lange rote Ampelphasen (teilweise achteinhalb Minuten) vergehen erstaunlich schnell, wenn man sich sinnvoll beschäftigt. Wenn möglich, versuche ich meine Essenszeiten in die Fahrzeit zu legen, schon alleine bei den Wartezeiten an Ampeln kann man ein dreigängiges Menue nicht nur essen, sondern könnte es auch kochen :-) Ansonsten: selbstverständlich nie etwas Verbotenes tun (kein Handy oder elektronisches Gerät) aber z.B.: wie bereits geschrieben - Hörbuch oder: als ich für meinen Beruf Türkisch lernen mußte - CDs mit Sprach- und Vokabeltraining, man kann sich auch in Ruhe schminken, spart morgen 10 Min. im Bad. Sehe auch Leute, die Zeitung / Bücher lesen. Auf jeden Fall sich nicht von unseren Politikern die Lebenszeit stehlen lassen - denn, wenn die durch die Stadt fahren, fährt Blaulicht vorneweg, damit ja kein Zeitverzug entsteht.

  • entspannen und über das -professionelle Verkehrsmanagement von Hessen Mobil- schmunzeln...

    Mal im Ernst,
    solange wir einen Grünen als Verkehrsminister haben,
    wird sich nichts aber wirklich gar nichts ändern!

    Hauptsache es werden -sinnvolle- Investitionen wie der sog. Fahrradschnellweg FFM/DA
    oder der E-Highway realisiert...

    Geld der Steuerzahler das hier zum Fenster rausgeworfen wird,
    welches mit Sicherheit sinnvoller verwendet werden kann!




  • Ich überlege im Stau z.B.:

    Wieso es die Politik nicht fertigbringt, wenigstens mal 15 der LKW's auf die Schiene zu bringen?


    Man fährt in Deutschland auf einen alten Schienennetz zum Teil aus Kaiser Wilhelm Zeiten und investiert weniger in die Bahn wie Italien ?

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