Ein Demoteilnehmer steigt auf dem Parkplatz des Adam-Opel-Hauses in sein Fahrzeug.

Rund 3.000 Opel-Beschäftigte haben in Rüsselsheim gegen mögliche Kündigungen demonstriert. Ein Ausstiegsprogramm brachte bislang nicht das gewünschte Ergebnis. Eine Entscheidung könnte Ende November fallen.

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"Hände weg vom Kündigungsschutz!" Mit diesem Aufruf haben Beschäftigte des Autoherstellers Opel und des ausgegliederten Dienstleisters Segula am Dienstag gegen einen drohenden Stellenabbau demonstriert. An einem Autokorso am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall etwa 3.000 Beschäftigte mit mehr als 1.500 Fahrzeugen.

Im September hatte Opel betriebsbedingte Kündigungen ins Spiel gebracht, sollte der erwünschte Stellenabbau nicht wie erhofft über ein Freiwilligenprogramm mit Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen erreicht werden. Zu dem Zeitpunkt hatten sich erst 500 der angestrebten 2.100 Freiwilligen gemeldet. Opel kündigte an, den Stand Ende November erneut zu überprüfen.

IG Metall: "Lang gehegte Abbaufantasien ausgelebt"

Die IG Metall pocht grundsätzlich auf den vereinbarten Kündigungsschutz bis Mitte 2025: "Wir sind geschützt durch unseren Zukunftstarifvertrag." Im Windschatten der Corona-Krise würden lang gehegte Abbaufantasien ausgelebt, und es stehe zu befürchten, dass der Personalabbau im kommenden Jahr nicht aufhöre. Dagegen werde mit den Protesten ein klares Zeichen gesetzt.

Im Rahmen des Ausstiegsprogramms einigten sich Gewerkschaft und Konzern im Januar darauf, den Kündigungsschutz für die verbleibenden Beschäftigten bis Mitte 2025 zu verlängern. Betriebsbedingte Kündigungen schlossen sie ursprünglich aus. Später könnten mit Zustimmung des Betriebsrats in zwei Stufen aber bis zu 2.000 weitere Jobs wegfallen, hieß es.

Segula streicht 300 Stellen

Der französische Autobauer PSA trimmt Opel seit der Übernahme im Jahr 2017 auf Effizienz. In den deutschen Opel-Werken unterzeichneten bereits rund 6.800 Beschäftigte Verträge zu Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen. Außerdem setzt der Branche die Corona-Krise zu: Ende September kündigte der Konzern an, die Kurzarbeit bis Ende 2021 zu verlängern, sofern die Arbeitsagentur zustimmt.

Beim Ingenieurdienstleister Segula sollen laut Demo-Aufruf weitere 200 Mitarbeiter gehen, weil Aufträge aus der Autoindustrie fehlen. Zuvor hatte das französische Unternehmen mitgeteilt, wegen der Corona-Krise rund 300 seiner 1.100 Stellen in Deutschland abzubauen - mehrheitlich an den Standorten in Rüsselsheim und Rodgau-Dudenhofen (Offenbach).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 24.11.2020, 19.30 Uhr