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Zahlreiche Absagen von Ausstellern, geplante Demos gegen die Autobranche: Die Automobilmesse IAA in Frankfurt steht in diesem Jahr massiv unter Druck. Autohersteller diskutieren nun sogar über einen Umzug der Messe in eine andere Stadt.

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Für die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt läuft es in diesem Jahr nicht rund. Noch vor der offiziellen Eröffnung wird die Messe von wichtigen Akteuren in Frage gestellt. "Es wird an den Ständen viel darüber diskutiert, ob es die letzte IAA in Frankfurt ist. Das wird scheinbar neu verhandelt", sagte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer der hessenschau. Die Autobauer, die noch bei der IAA seien, hätten ihre Standflächen zum Teil deutlich verkleinert. "Man braucht ein neues Konzept", sagte der Automobilexperte.

Auch das "Handelsblatt" berichtete am Mittwoch, dass in Kreisen der Hersteller ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten wie beispielsweise Köln oder Berlin diskutiert werde. Es wird auch spekuliert, ob die IAA etwa mit der Internationalen Funkausstellung IFA, die im September in Berlin stattfindet, zusammengelegt werden könnte.

Veranstalter VDA prüft verschiedene Optionen

Neben dem Standort geht es demnach auch um Inhalte: Die Unternehmen wollten künftig eher Mobilitätskonzepte präsentieren statt neue Autos in Messehallen. Erste Konzepte sollten auf einer Sitzung an diesem Donnerstag besprochen werden.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigte als Veranstalter, dass man für die IAA verschiedene Optionen prüfe. "Über Entscheidungen sprechen wir dann, wenn das Konzept steht", sagte Verbandssprecher Eckehart Rotter. Die IAA 2019 wird unter dem Motto "Driving tomorrow" als "internationale Plattform für die Mobilitätswende" beworben. Neben den klassischen Auto- und Technikpräsentationen gibt es bis zum 22. September auch zahlreiche Diskussions- und Kongressangebote.

Vertreter von BMW und Opel äußern sich kritisch

Die IAA steht in diesem Jahr nach zahlreichen Absagen früherer Aussteller massiv unter Druck. Ein Vertrag zur Fortsetzung der IAA in den kommenden Jahren besteht nicht, wie VDA und Messe bestätigen. Zudem haben Umweltaktivisten für das Wochenende massive Proteste angekündigt, um gegen die Klimabelastung durch die Autoindustrie zu demonstrieren.

Einige Veranstalter äußerten sich bereits während der Messe kritisch. "Es gibt keine Bestandsgarantie", erklärte etwa BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter. Die Bedeutung von Automessen habe sich verändert, künftig müsse weniger das Produkt, sondern die Technologie im Fokus stehen.

Opel-Chef Michael Lohscheller hatte bereits konkrete Verbesserungsvorschläge. Er will während der Messe die gezeigten Autos auch verkaufen können. Auf Dauer werde es nicht reichen, Neuwagen zu zeigen und mit Journalisten zu reden.

Messe: "Standortwechsel ist nicht die richtige Antwort"

"Die IAA muss sich wie jede andere Messe weiterentwickeln. Die aktuelle Veranstaltung zeigt, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet", erklärte ein Sprecher der Frankfurter Messe. Die von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen getragene Gesellschaft verweist auf den gelernten Termin, enge Terminkalender an anderen Standorten und auf die eigene hohe Kompetenz, mit der man den VDA unterstützen könne. "Wir sehen einen Standortwechsel nicht als die richtige Antwort auf inhaltliche Veränderungswünsche", heißt es dort.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.09.2019, 19:30 Uhr