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Gleisbauarbeiten und Bahnhof-Sanierungen: Die Bahn will investieren. Dafür werden Strecken gesperrt. Bild © picture-alliance/dpa

Gleise und Brücken werden erneuert, Bahnhöfe modernisiert und Großprojekte vorangetrieben: Weit über eine halbe Milliarde Euro will die Deutsche Bahn dieses Jahr in Hessen investieren. Reisenden bringt das zunächst einmal Einschränkungen.

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Die Bahn greift für die Modernisierung ihres Schienennetzes erneut tief in die Tasche. 350 Millionen Euro sollen dafür in diesem Jahr in Hessen ausgegeben werden, wie der regionale Konzernbevollmächtigte Klaus Vornhusen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Es gehe um die Erneuerung von 120 Kilometern Gleisen, über 100 Weichen sowie 22 Brücken.

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Bild © hessenschau.de/ Bahn

Weitere 100 Millionen Euro sind für den Umbau und die Sanierung von mehr als 60 Bahnhöfen eingeplant. Für schon laufende Großprojekte wie dem Ausbau der S6-Trasse zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel, der Anbindung des neuen Frankfurter Stadtteils Gateway Gardens am Flughafen oder der Stellwerksarbeiten im Frankfurter S-Bahn-Tunnel fließen 2018 zusätzlich rund 200 Millionen Euro. Unter dem Strich stehen damit Ausgaben von 650 Millionen Euro zu Buche.

 Sperrungen und Umleitungen

"Das größte Infrastruktur-Modernisierungsprogramm der Bahngeschichte liegt gut im Plan und wir sehen erste Erfolge", erklärte Vornhusen. Investiert wird bei der Streckenerneuerung vor allem auf den Verbindungen Frankfurt-Gießen-Kassel und Frankfurt-Fulda-Kassel. Hier müssen Reisende im Laufe des Jahres auch mit den größten Einschränkungen rechnen.

So kommt es wegen Gleiserneuerungen auf der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt, Gießen und Kassel voraussichtlich zwischen dem 25. Juni und dem 13. August zu Umleitungen und Haltausfällen. Gleis- und Weichenarbeiten führen zudem auf der Strecke nach Gemünden am Main zwischen Fulda und Mottgers (15. März bis 1. April) sowie auf der Verbindung Kassel-Fulda (9. bis 24. Juni) zu Totalsperrungen. Der Fern- und Güterverkehr wird umgeleitet.

Ebenfalls von Ausfällen und vorübergehenden Sperrungen sind die Vogelsbergbahn, die Strecke Darmstadt-Babenhausen sowie der Knotenpunkt im osthessischen Haunetal betroffen. Ziel sei es, "die Kunden über verschiedene Kanäle frühzeitig darüber zu informieren", versprach Bahn-Mann Vornhusen.

Vor allem südhessische Bahnhöfe profitieren

Der Schwerpunkt bei den Bahnhofsprojekten liegt vor allem im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen. Insgesamt ein Dutzend Bahnhöfe soll mit Millionenbeträgen umgebaut, modernisiert oder barrierefrei gemacht werden. Mehr als 17 Millionen Euro sind allein für die Sanierung der Frankfurter Stationen Hauptwache, Ostendstraße, Flughafen Regionalbahnhof und Hauptbahnhof vorgesehen.

Auch zahlreiche Bahnhöfe der südhessischen Riedbahn und der Main-Neckar-Bahn können sich auf umfangreiche Modernisierungen freuen. Die größte Einzelinvestition fließt mit 11,5 Millionen Euro jedoch ins nordhessische Wabern. Hier ist mit der Fertigstellung noch in diesem Jahr zu rechnen.

Weitere Informationen

Modernisierung und Barrierefreiheit: Die wichtigsten Bahnhofsprojekte

- Frankfurter Bahnhöfe insgesamt 17,2 Millionen Euro
- Raunheim (Groß-Gerau), 6,2 Millionen Euro
- Stockstadt (Groß-Gerau), 6 Millionen Euro
- Biebesheim (Groß-Gerau), 8 Millionen Euro
- Gernsheim (Groß-Gerau), 7,3 Millionen Euro
- Groß-Rohrheim (Bergstraße) 5,7 Millionen Euro
- Riedrode (Bergstraße) 0,9 Millionen Euro
- Bickenbach (Darmstadt-Dieburg), 5 Millionen Euro
- Weiterstadt (Darmstadt-Dieburg), 3,2 Millionen Euro
- Schlüchtern (Main-Kinzig), 6,2 Millionen Euro
- Grünberg (Gießen), 3,4 Millionen Euro
- Wabern (Schwalm-Eder), 11,5 Millionen Euro

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Bauboom als Jobmaschine

Der Bauboom bei der Bahn schlägt sich nach Unternehmensangaben auch in der Zahl der Arbeitsplätze nieder. So arbeiteten in Hessen allein bei der zuständigen DB Netz zuletzt 1.500 Ingenieure, Planer, Gleisbauer oder Mechatroniker. Im laufenden Jahr sollen rund 160 Neueinstellungen folgen.