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Audioseite Neues Gleis am Frankfurter Hauptbahnhof

S-Bahn fährt aus dem Frankfurter Hauptbahnhof heraus

Im Fernverkehr der Bahn ist Frankfurt ein wichtiger Knotenpunkt - gilt aber auch als zeitraubende Engstelle. Nach vier Jahren Bauzeit geht jetzt ein neues Zufahrtsgleis am Hauptbahnhof in Betrieb. Die Folgen sollen bundesweit spürbar sein.

Vier Jahre haben die Bauarbeiten am sogenannten Homburger Damm gedauert, jetzt hat die Bahn das zusätzliche Gleis für Zufahrten zum Frankfurter Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Damit beseitigt sie ein Nadelöhr im Gleissystem. Das werden nicht nur Pendler in Frankfurt spüren, hofft die Bahn, sondern Bahnreisende über die Grenzen der Stadt hinaus.

25.000 Pendler täglich sollen profitieren

800 Meter lang ist das neue Gleis und soll die Zufahrt vom Abzweig Mainzer Landstraße in den Frankfurter Hauptbahnhof entlasten - bislang ein neuralgischer Punkt, an dem Züge oft warten mussten: "Von Höchst bis zum Hauptbahnhof und zurück mussten sich die Züge ein einziges Gleis teilen", sagte Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn (DB), bei der Inbetriebnahme am Montag. "Da lief nicht immer alles reibungslos, um es vorsichtig zu sagen."

Vor allem Pendler in Regionalzügen und S-Bahnen bekamen die Folgen zu spüren. Insgesamt dürften täglich etwa 25.000 Reisende von dem flüssigeren Verkehr profitieren, wenn die Züge mit dem neuen Fahrplan im Dezember auf dem Zufahrtsgleis am Homburger Damm fahren.

Auswirkung auf das bundesweite Bahnnetz

Wegen seiner geografischen Lage ist Frankfurt ein zentraler Knotenpunkt für den Fernverkehr der Bahn. Etwa zwei Drittel der Züge im Fernverkehr haben hier einen Halt. Hinzu kommen im Regionalverkehr zu normalen Zeiten täglich zehntausende Pendler aus der gesamten Region: Immerhin leben und arbeiten rund 5,8 Millionen Menschen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

"Die Probleme, die wir im Frankfurter Knoten lösen, haben Ausstrahlwirkung auf das gesamte Netz" sagte Pofalla. Die zusätzliche Infrastruktur ermögliche weniger Wartezeiten und pünktlichere Züge, betonte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Kosten: 180 Millionen Euro

Durch das zusätzliche Gleis gewinnt die wichtige Zulaufstrecke zum Frankfurter Hauptbahnhof nach Angaben der Bahn deutlich an Stabilität. Fern- und Nahverkehrszüge profitierten von den zusätzlichen Kapazitäten, hieß es. Zusammen mit dem Bund investierte die Bahn nach Angaben Pofallas 180 Millionen Euro in das Bauprojekt Homburger Damm.

Nach Angaben der Stadt Frankfurt hat die Deutsche Bahn für das neue Gleis fünf Kilometer Bahnstrecke und 30 Weichen gebaut. Damit würden auch die Voraussetzungen für eine "Neusortierung" der Züge im Frankfurter Hauptbahnhof geschaffen: Demnach sollen Fernverkehrszüge künftig vor allem auf den Gleisen im südlichen Bereich des Bahnhofs ein- und ausfahren, die Regionalzüge dagegen auf den Gleisen im nördlichen Bereich.

Weitere Ausbau-Pläne in Rhein-Main

Das Bauprojekt Homburger Damm ist nur ein Teil des Bahnvorhabens "Frankfurt Rhein-Main-Plus": Dabei handelt es sich um einen Masterplan für den Ausbau des Schienennetzes. Mit den Projekten für den Nah- und Fernverkehr wollen der Bund, das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, die Deutsche Bahn (DB) und der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) den Nah- und Fernverkehr die Region fit für die Zukunft machen:

Den Anfang machte im Jahr 2018 die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks im Frankfurter S-Bahn-Tunnel. Nachdem nun das Zufahrtgleis Homburger Damm in Betrieb geht, soll es als nächstes beim Gleisausbau an der Strecke der S6 nach Bad Vilbel voran gehen: Dort soll 2023 die erste Baustufe fertig werden.

Ein weiteres Projekt ist die Nordmainische S-Bahn, die die östliche Frankfurter Innenstadt, Maintal sowie westliche Stadtteile von Hanau direkt an das S-Bahn-Netz Rhein-Main anschließt. Der Frankfurter Fernbahntunnel liegt dagegen noch in relativ ferner Zukunft.

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