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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Autobahn GmbH untersucht weitere Brücken auf Schäden

Ein Gerüst wird mit einem ferngesteuerten Kran unter die Brücke geschoben.

Die marode Salzbachtalbrücke könnte jederzeit zusammenbrechen. Das macht die Vorbereitungen der Sprengung kompliziert. Auf der Baustelle läuft fast alles ferngesteuert ab.

Fast wie Computerspielen in den 90er-Jahren: Auf der Baustelle an der maroden Salzbachtalbrücke ist alles ferngesteuert. Weil die Brücke jeden Moment einstürzen könnte, dürfen auch die Bauarbeiter einen 50 Meter breiten Bereich unterhalb der Brücke nicht betreten. Mit Joysticks steuern sie deshalb eine Raupe über den aufgeschütteten Schotter in der Gefahrenzone, während sie selbst in sicherer Entfernung in einem Kastenwagen sitzen. Retro-Gamern, also Menschen, die sich mit älteren Videospielen vergnügen, dürfte das vertraut vorkommen.

Wie auf der Spielkonsole: Aus sicherer Entfernung steuert ein Arbeiter die Raupe per Fernsteuerung.

In der kommenden Woche sollen auf dem Schotter - mit Hilfe eines ebenfalls ferngesteuerten Krans - zwei Gerüsttürme platziert werden, um die Brücke abzustützen. Erst dann können sich die Experten der Autobahn GmbH des Bundes, die für die Instandhaltung der Autobahnen verantwortlich ist, aus der Nähe ein Bild von der Situation machen.

Brücke wird gesprengt

Denn auch drei Wochen nach der Sperrung der Brücke ist die Ursache für die Schäden immer noch unklar. Ein Passant hatte am 18. Juni herabfallende Betonbrocken am nicht befahrenen, südlichen Teil der Brücke bemerkt. Daraufhin wurde der Verkehr auf der nördlichen Brücke, die zur A66 gehört, gestoppt.

In etwa zwei Monaten soll die Brücke gesprengt und anschließend neu gebaut werden. Die Stadt Wiesbaden rechnet damit, dass sie in gut einem Jahr wieder für den Autoverkehr freigegeben werden kann.

Stadt richtet Busspuren ein

Bis dahin müssen sich Auto- und Bahnpendler allerdings auf Verzögerungen einstellen. Unter der Brücke verlaufen Bahnschienen, die ebenfalls nicht befahren werden können. Der Wiesbadener Hauptbahnhof ist daher nahezu von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, die im Berufsverkehr in der ohnehin verstopften Innenstadt gerne mal im Stau stehen.

Immerhin damit soll ab der kommenden Woche Schluss sein: Am Wochenende richtet die Stadt auf der Mainzer Straße rund um den Amöneburger Kreisel eine provisorische Busspur ein. Auch der Theodor-Heuss-Ring erhält eine zweite Fahrspur für Busse. Bis zu 20 Busse pro Stunde sollen so schneller zum Anschlussbahnhof in Wiesbaden-Ost durchkommen. Für Autofahrer wurde bereits ein Bypass an der B263 eingerichtet.

Bundesweite Brücken-Kontrollen

Die Autobahn GmbH kündigte außerdem an, bis August deutschlandweit alle Brücken mit einem ähnlichen Bautyp wie dem der Salzbachtalbrücke zu kontrollieren. Das berichtete das SWR-Magazin Report Mainz aus einem Protokoll des Verkehrsausschusses des hessischen Landtags. Die Autobahn GmbH wolle damit feststellen, ob der verbaute Rollenlager-Typ für das Absacken der Brücke mitverantwortlich war.

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