Dieselauto auf der Straße
Älteren Diesel-Autos droht in Frankfurt Anfang Februar die erste Stufe des Fahrverbots. Bild © picture-alliance/dpa

Schlecht für die Atemluft, aber womöglich gut für Diesel-Fahrer: Das Umweltbundesamt stellt in Frankfurt mehr Abgase fest als bisher bekannt. Das könnte Hardware-Nachrüstungen von privaten Diesel-Autos ermöglichen.

Das Umweltbundesamt hat dem hr bestätigt, dass die Spitzenbelastung durch Stickstoffdioxid in Frankfurt höher ist als bisher angenommen. Demnach lag die Belastung im vergangenen Jahr über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Bundesregierung war bislang von einer geringeren Spitzenbelastung ausgegangen und hatte Frankfurt deshalb nicht zu den so genannten 14 "Intensivstädten" gezählt, für die sie Hardware-Nachrüstungen von Diesel-PKW vorsieht.

54 statt 47 Mikrogramm

Der Grund dafür lag in einer nachträglichen Meldung eines hohen Messwerts durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Das HLNUG hat den Messwert vom Frankfurter Börneplatz von 54 Mikrogramm nach eigenen Angaben erst im Spätsommer an das Umweltbundesamt übermittelt. Deshalb floss der Wert nicht mehr in einer Übersicht des Bundesamtes vom Mai ein.

Der Stand vom Mai war aber laut Bundesumweltministerium die Grundlage für den Diesel-Kompromiss der Bundesregierung. Dort fand sich als Spitzenwert für Frankfurt ein Wert von 47 Mikrogramm, der an der Friedberger Landstraße gemessen wurde. Damit zählte Frankfurt bislang für die Bundesregierung nicht zu den besonders belasteten Städten und wurde bei den Hardware-Nachrüstungen nicht berücksichtigt. Bei Nachrüstungen geht es um Euro-5-Fahrzeuge.

Limburg und Darmstadt sind "Intensivstädte"

Das Land hatte zuletzt vom Bund Klarheit zu Diesel-Nachrüstungen gefordert. Anders als Frankfurt fallen Limburg und Darmstadt unter die 14 "Intensivstädte". Für diese Städte wurde bereits im Diesel-Paket der Bundesregierung angekündigt, dass zwischen Umtauschprämien und Nachrüstung gewählt werden könne.

Das Diesel-Fahrverbot für Frankfurt steht schon bald an: Am 1. Februar kommenden Jahres soll es für Dieselautos mit der Abgasnorm Euro 4 oder schlechter gelten. Ab dem 1. September würde das Fahrverbot auch auf Euro-5-Fahrzeuge ausgedehnt. Die Landesregierung versucht derzeit noch ein Berufungsverfahren. Die Umwelthilfe, die geklagt hatte, hat allerdings bereits einen Eilantrag eingereicht, der erwirken könnte, dass das Fahrverbot für Frankfurt auch kommen kann, wenn das Berufungsverfahren noch läuft.

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Stickstoffdioxid

Stickstoffdioxid (NO2) gehört zur Gruppe der Stickoxide und kann zu einer Reihe negativer Umwelteinwirkungen führen. Für die Gesundheit sind sie laut Umwelt-Bundesamt vor allem für Asthmatiker problematisch, weil eine Verengung der Bronchien entstehen kann. Belastungen durch NO2 können unter anderem zu vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfällen und chronischen Lungenerkrankungen (COPD) führen.

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Sendung: hr-iNFO, 22.10.2018, 19 Uhr