Kundin steht an Fahrkartenautomat
Die neuen Automaten an den Bahnhöfen im RMV-Gebiet sorgen oft für Kundenfrust. Bild © picture-alliance/dpa

Die neuen Ticketautomaten an Bahnhöfen dürfen getrost als Misserfolgsstory bezeichnet werden. Die Zustände sind so miserabel, dass der RMV seinen Vertriebspartner öffentlich angezählt hat. Die Firma Transdev gelobt nun kleinlaut Besserung.

Auf dem Papier liest sich alles gut: Seit Anfang des Jahres wurden 638 neue Ticketautomaten im Gebiet des RMV aufgestellt. Schnelle und komfortable Bedienung nennt der Verkehrsverbund als Vorzüge der neuen Geräte, die pro Stück 25.000 Euro kosten.

Auf dem Papier, das die Automaten ausspucken, liest sich blöderweise oft gar nichts. Beziehungsweise es steht nichts drauf. Tickets ohne Aufdruck, fehlendes Wechselgeld, eine Kundenhotline ohne Kundenservice, gänzlich abgeschaltete Automaten: Die Beschwerden über die neuen Automaten an Hessens Bahnhöfen häufen sich. Deutlich über 500 sind es 2018, Tendenz seit Anfang Juni stark ansteigend. Darüber hatte hessenschau.de zuerst berichtet.

Transdev arbeitet "mit Hochdruck" an Lösung

Hatte der RMV auf Nachfrage zunächst noch betont, dass es höchstens "Kinderkrankheiten" bei der Bedienung gebe, ist daraus nun eine rechte Epidemie geworden. Die Probleme sind so groß, dass man sich Ende der vergangenen Woche sogar dazu gezwungen sah, den Vertriebspartner Transdev GmbH öffentlich anzuzählen. Der RMV sei "äußerst unzufrieden", hieß es da plötzlich, und erwarte eine rasche Verbesserung der Situation.

Am Montag folgte nun die Reaktion von Transdev. Die Tochtergesellschaft des gleichnamigen französischen Nahverkehrskonzerns entschuldigte sich in einer Mitteilung bei Fahrgästen und RMV für die Umstände. Derzeit arbeite man mit Hochdruck daran, die Verfügbarkeiten an den Bahnhöfen "wieder massiv zu erhöhen" und einen uneingeschränkten Kartenkauf zu ermöglichen. Wann das der Fall sein wird, das vermochte Transdev nicht einzuschätzen.