Jahrelang stritten sich Verkehrsplaner und Umweltschützer des BUND über den Riederwaldtunnel im Frankfurter Osten. Nun gibt es eine Einigung, und dem Projekt stehen zumindest keine Fledermäuse mehr im Weg.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen Mobil und BUND einigen sich beim Riederwaldtunnel

Riederwaldtunnel Frankfurt
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Zwölf Jahre wurde gestritten, am Ende gab es sogar eine gemeinsame Pressemitteilung der Streithähne: Das umstrittene Autobahnprojekt Riederwaldtunnel im Osten Frankfurts hat mit der Beilegung des Rechtsstreits zwischen der Straßenbaubehörde Hessen Mobil und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine entscheidende Hürde genommen.

BUND zieht Klage zurück

Die Parteien einigten sich, der BUND zog seine Klage gegen die Planfeststellungs-Änderung zurück, teilten beide Seiten am Dienstag gemeinsam mit. Beim BUND sei man zwar noch immer überzeugt, dass der Weiterbau der A66 nicht die richtige Antwort auf Verkehrsprobleme sei, allerdings sagte der Landesvorsitzende Jörg Nitsch, die Vereinbarung sei "nach der Sach- und Rechtslage ein guter Kompromiss".

Der Präsident von Hessen Mobil, Gerd Riegelhuth, hofft nun auf ein schnelles Vorankommen: Die Vereinbarung sei "ein wichtiger Schritt zur Fertigstellung des Riederwaldtunnels". Die Pläne waren immer wieder überarbeitet worden, der BUND pochte jahrelang auf die Berücksichtigung von Natur und Tieren.

Urwald, Vögel und Fledermäuse berücksichtigt

Wegen des jetzt vereinbarten Erhalts von Grünflächen und eines besonderen Schutzes für den Wald, hat der BUND seine Klage gegen den Bau zurückgezogen. Am Ende fand sich ein Kompromiss:

  • Es gibt einen größeren Naturausgleich als Kompensation für die geplanten baulichen Eingriffe: Teiche unter Naturschutz, Hessen Mobil hat Streuobstwiesen gepflanzt und die oberirdische Gestaltung der Tunndeldecke "planerisch optimiert".
  • 15 Hektar Wald in der Gegend werden nicht forstwirtschaftlich genutzt sondern bekommen einen natürlichen "Urwaldcharakter", der Vögeln und Fledermäusen ebenso dienen soll wie dem "Naturerlebnis" der Bevölkerung.
  • Es wird eine neue Grünbrücke über die A66 geben, die bisher getrennte Waldstücke wieder verbindet, damit Tiere gefahrlos die Autobahn überqueren können.

Noch rollen keine Bagger

Für Hessen Mobil habe die Einigung Signalwirkung, sagte eine Sprecherin dem hr. Das heiße allerdings nicht, dass am Mittwoch schon die Bagger rollen würden. Erst müsse auf den Planänderungsbeschluss gewartet werden, Wenn dieser vorliege, könne das Projekt ausgeschrieben werden. Erst nach dem darauf folgenden Vergabeverfahren werde gebaut. Start für den eigentlichen Tunnelbau soll im Jahr 2020 sein. Es lägen nun noch zwei Klagen gegen das Projekt vor, die zusätzlichen Lärmschutz forderten. Das habe aber keine aufschiebende Wirkung.

Der 1100 Meter lange Tunnel soll die Lücke zwischen den Autobahnen 66 und 661 schließen. Seit 1985 gehört das Projekt zu den verkehrspolitischen Dauerbrennern. Im Februar wurde bekannt, dass die Kosten für den Tunnel deutlich höher ausfallen werden als geplant.

Sendung: hr-iNFO, 12.11.2019, 17.40 Uhr