Neue Kontrollspuren am Frankfurter Flughafen

Lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen haben dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zuletzt viel Ärger eingebracht. Nun testet die Bundespolizei neue Kontrollspuren, die den Passagieren die Möglichkeit zum Überholen geben.

Um die Passagiere schneller beim Handgepäck- und Sicherheitscheck abfertigen zu können, testet die Bundespolizei in den kommenden vier Wochen in einem Teilbereich am Frankfurter Flughafen ein neues System. Dieses soll es Reisenden ermöglichen, langsamere Fluggäste im Kontrollprozess an mehreren Stellen zu überholen.

Die neuen Kontrollbänder sind größer und länger. Drei Passagiere sollen gleichzeitig ihr Handgepäck in die Plastikwannen legen können, sagte ein Sprecher der Bundespolizei zu hessenschau.de. Bislang müssen Fluggäste das nacheinander erledigen.

Überholen am Gepäckband möglich

Braucht ein Passagier länger, um etwa Schlüssel, Handy oder Kleingeld herauszukramen, können andere Reisende ihn nun überholen. An jedem Kontrollband gebe es außerdem zwei statt bislang einen Scanner-Bildschirm, so der Sprecher.

Allerdings benötigen die neuen Kontrollspuren etwa doppelt so viel Fläche wie die herkömmlichen Gassen. Dadurch musste ihre Zahl insgesamt verringert werden. Wo nun in einem Teilbereich des Flugsteigs A zwei Spuren angeboten werden, waren früher vier eingerichtet. "Insgesamt versprechen wir uns aber mehr Flexibilität", meinte der Bundespolizei-Sprecher. Und eine schnellere Abfertigung der Passagiere im Kontrollbereich, denn das ist das Ziel dieser Maßnahme. Genaue Zielvorgaben gebe es nicht.

Extra-Scanner für Schuhe

Grundsätzlich neue Technik sei aber auch an den neuen Spuren nicht verbaut, sagte Rainer Henkel vom Technologiepartner Smith Detection, der die Ausrüstung geliefert hat. "Das ist State of the Art." Neu in Frankfurt sind hingegen die breiteren Kontrollspuren, die Überholmöglichkeiten und kleine Verbesserungen wie ein kleiner Extra-Scanner für die ausgezogenen Schuhe, die früher immer erst wieder an den Beginn des Kontrollbandes gebracht werden mussten.

Eingeflossen in die neuen Kontrollspuren seien Erkenntnisse aus einem Modellversuch in Köln, Tests in Hamburg und allgemeinen Erkenntnissen aus ganz Europa, sagte der Präsident der Frankfurter Bundespolizeidirektion, Andreas Jung.

Testlauf von vier Wochen

Nach erheblichen Staus und Wartezeiten im Sommer hatten die Flughäfen mit dem Frankfurter Betreiber Fraport an der Spitze Reformen verlangt, um die Passagierkontrollen zu beschleunigen.

18 Millionen Euro werden jährlich in Frankfurt für die Passagierkontrollen aufgewendet, verwaltet von der Bundespolizei und bezahlt letztlich von den Passagieren über eine Sicherheitsgebühr von 9,50 Euro, die mit jedem Einstiegsticket fällig wird.

Laut Bundespolizei sollen die neuen Kontrolllinien auch in dem geplanten Anbau am Terminal 1 sowie in einigen Jahren auch im neuen Terminal 3 im Süden des größten deutschen Flughafens eingesetzt werden. Zunächst ist ein Testlauf von vier Wochen geplant. In dieser Zeit muss sich die höhere Leistungsfähigkeit des neuen Konzepts zeigen, denn Platz ist an allen Flughäfen ein knappes Gut.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.11.2018, 16:45 Uhr