Bouffier, Scheuer, Al-Wazir mit Schild vor Monitorwand

Die für Autobahnen zuständige künftige Bundesverkehrszentrale kommt nach Hessen. Bundesverkehrsminister Scheuer übergab sie symbolisch in Frankfurt. Ministerpräsident Bouffier begrüßte die Entscheidung, die FDP sprach von einem "Trostpflaster".

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Was deutsche Autobahnen betrifft, kommt man künftig an Hessen nicht mehr vorbei. Die Verkehrszentrale Deutschland der Autobahn GmbH, der Autobahngesellschaft des Bundes, wird im House of Mobility and Logistics (HOLM) in Frankfurt sitzen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) übergab dort am Donnerstag am Rande der Verkehrsministerkonferenz des Bundes und der Länder symbolisch ein Schild an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Alles aus einer Hand

Die Autobahngesellschaft übernimmt Anfang 2021 die Verantwortung für die Autobahnen und Bundesfernstraßen in Deutschland. Während bislang der Bund das Geld gibt, die Länder aber für Planung, Bau und Betrieb zuständig sind, soll das rund 13.000 Kilometer lange Straßennetz künftig aus einer Hand kommen. Investitionen sollen dadurch beschleunigt werden.

Die bisherige Verkehrszentrale Hessen wird dafür zur übergeordneten Masterzenrale des Bundes ausgebaut. Sie soll die Strategie der Autobahn GmbH zum Aufbau und Betrieb des deutschlandweiten Verkehrsmanagements umsetzen, Konzepte zur Verkehrssteuerung entwickeln und bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien mitwirken. Scheuer sprach gar vom "Großhirn der deutschen Autobahnen".

Bouffier: "Hessen europaweit bedeutende Drehscheibe"

Bouffier begrüßte die Entscheidung, die Bundesverkehrszentrale nach Hessen zu bringen. "Wir besitzen langjährige Erfahrungen im Ausbau und der Entwicklung intelligenter Verkehrsströme", sagte er. Hessen gehöre zu den bedeutendsten Verkehrsdrehscheiben in Europa.

Al-Wazir hob die Bedeutung der hessischen Verkehrszentrale hervor und verwies unter anderem auf das so genannte Slotmanagement, das in Hessen zur Reduzierung von Überlastungen und Staus beitrage. "Unser Blick ging dabei schon immer über die Grenzen Hessens hinaus", sagte er. So habe man sich in Hessen schon vor Jahren der Frage nach der länderübergreifenden Verkehrslenkung angenommen.

Kritik von der FDP

Die FDP kritisierte allerdings, dass es in Hessen anders als in anderen Bundesländern keine Niederlassung der neuen Autobahngesellschaft geben wird. Fraktionschef René Rock sagte, die Verkehrszentrale sei für Hessen daher lediglich ein "Trostpflaster".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.10.2019, 19.30 Uhr