In vielen Teilen Hessens wird Bus- und Bahnfahren zum Jahreswechsel teurer: Die Ticketpreise steigen im Rhein-Main-Gebiet und in Nordhessen. Die Verkehrsverbünde locken zugleich mit Angeboten in ihren Apps.

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Ticketpreise im Nahverkehr steigen

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Ab dem 1. Januar 2022 müssen Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen. Im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) steigen die Preise im Schnitt um 1,5 Prozent, im Bereich des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) um 1,4 Prozent. Damit sollen steigende Personal- und Energiekosten ausgeglichen werden.

Die Tarifanpassung liege deutlich unter der aktuellen Inflationsrate, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Im Sinne der Fahrgäste und des Klimaschutzes sei die Preiserhöhung "auf das absolut zwingend Notwendige begrenzt".

Die meisten Jahres- und Monatskarten werden etwas teurer, und auch bei vielen Einzelfahrscheinen steigt der Preis: In Darmstadt und Limburg zum Beispiel um fünf Cent, in Wiesbaden sogar um zehn Cent. Ein Busticket für Erwachsene kostet dort dann drei Euro.

Preise in Frankfurt und Kassel bleiben stabil

Aber es gibt auch Ausnahmen: In Frankfurt sowie in und um Kassel (NVV-Gebiet) bleiben die Preise für Einzelfahrscheine konstant. In Frankfurt kostet ein Einzelfahrschein 2,75 Euro, in Kassel 3 Euro.

Auch beim Seniorenticket sowie beim Schülerticket in Hessen ändert sich nichts: Sie kosten weiter 365 Euro pro Jahr. Der Preis für das Hessenticket bleibt ebenfalls mit 36 Euro stabil. Damit können fünf Menschen einen Tag lang durch ganz Hessen fahren.

Der RMV kündigte zugleich an, sein Tarifgebiet auszuweiten: Durch einen neuen Übergangstarif gibt es erstmals durchgängige Fahrkarten von Frankfurt nach St. Goarshausen (Rheinland-Pfalz). So können die Gemeinden Kaub und St. Goarshausen ab Januar mit einer RMV-Fahrkarte angefahren werden. "Gerade im Mittelrheintal fahren viele Menschen regelmäßig zwischen den Verbünden hin und her", so Ringat. Das Angebot soll die Fahrten künftig konfortabler machen.

Neues Handyticket beim NVV

Der NVV will im kommenden Jahr ein neues Handyticket mit dem Namen "Flex 50" einführen, das ähnlich wie die BahnCard funktioniert. Für fünf Euro monatlich sinkt der Preis einer Einzelfahrkarte demnach um die Hälfte. Das neue Ticket hatte der Verkehrsverbund zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angekündigt.

Hinzu kommt ab Mitte des Jahres die App "Fairtiq", mit der Fahrgäste automatisch den günstigsten Preis für ihre Fahrt zahlen. "Die Nutzer checken beim Einsteigen in Bus oder Zug in der App ein und beim Aussteigen am Zielort wieder aus. Mithilfe von GPS-Ortung des Smartphones berechnet die App dann den Bestpreis", erläutert der NVV die aus der Schweiz stammende Neuerung, die bereits in anderen Regionen in Deutschland eingesetzt wird.

Auch im RMV gibt es Prepaid-Rabatt-Guthaben über die App. Die Anwendung wird derzeit überarbeitet, im Frühjahr soll es die Neuauflage "RMV-Go" geben. Unter anderem sollen über die App dann auch On-Demand-Angebote und Sharing-Angebote wie Leihräder buchbar sein.

Wegen Corona nur zu zwei Dritteln Auslastung

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen und die Einnahmen einbrechen lassen. Beförderte der RMV 2019 noch 808 Millionen Fahrgäste, waren es 2020 nur noch 524 Millionen. Die Prognose für 2021 liegt bei 565 Millionen. Der RMV schätzt die Auslastung derzeit auf zwei Drittel. Im Bereich des NVV sind die Busse und Bahnen nach Angaben des Verbunds zu etwa 80 Prozent ausgelastet.

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