Streikende Busfahrer

Im Tarifstreit der Busfahrer zeichnet sich eine Wende ab: Gewerkschaft und Arbeitgeber haben sich auf eine Schlichtung ab Montag geeinigt. Bis Sonntag soll aber noch gestreikt werden.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schlichtung im Busfahrer-Tarifstreit beschlossen

Streikende Busfahrer
Ende des Audiobeitrags

Laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi wurden bei einem Treffen mit dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) am Dienstag die Rahmenbedingungen für den weiteren Verlauf der Gespräche und eine Schlichtung festgelegt. Als Schlichter wurde der frühere Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und heutige Mobilitätsbeauftragte des hessischen Verkehrsministeriums, Volker Sparmann, bestimmt. Er hatte bereits 2017 an der Schlichtung im Tarifstreit mitgewirkt.

Am Montag wird wieder gefahren

Am kommenden Montag soll die Schlichtung und damit auch die Friedenspflicht beginnen. Der Streik werde mit der Frühschicht am 2. Dezember "unterbrochen" und der Betrieb wieder aufgenommen, teilte Verdi mit. Bis einschließlich Sonntag werde aber weiter gestreikt.

"Wir sind froh, dass wir mit der Einigung auf eine Schlichtung im festgefahrenen Tarifstreit einen Schritt weiterkommen", sagte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan. Gleichzeitig bedauerte er, dass die Streiks bis zum Ende der Woche noch weiterlaufen sollen. Sie werden dann zwei Wochen gedauert haben.

Deutlichere Worte fand der Fahrgastverband Pro Bahn. "Bis Sonntag weiter zu streiken, das ist unfair gegenüber den Fahrgästen, gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern", sagte Pro-Bahn-Sprecher Thomas Kraft. Sein Verband habe aber grundsätzlich Verständnis für die Lohn-Forderungen der Busfahrer.

Mehrere Städte betroffen

Bis dahin ist von tausenden Pendlern, Kindern und Jugendlichen Geduld gefragt. Sie müssen noch einige Tage alternative Fahrmöglichkeiten zur Arbeit und zur Schule suchen, so auch am Dienstag. Betroffen waren erneut Städte in ganz Hessen, darunter Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Kassel und Fulda. (Hier halten wir Sie auf dem Laufenden, welche Verbindungen in welchen Städten und Kreisen wohl ausfallen.)

Die Gewerkschaft hatte am Montag berichtet, dass sich etwa 3.100 Männern und Frauen am Streik beteiligen, nachdem die Beteiligung am Wochenende etwas niedriger gewesen war - "weil der reguläre Fahrplanbetrieb am Wochenende ja auch ausgedünnt ist", wie Streikleiter Koppel sagte.

Rechtliche Gründe für Streikfortsetzung

Das Festhalten am Streik habe in erster Linie rechtliche Gründe, erklärte Verdi-Sprecherin Ute Fritzel auf dpa-Nachfrage: Die Busfahrer hätten sich in der Urabstimmung vor zwei Wochen für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. "Die können jetzt nicht einfach so aufhören", sagte Fritzel.

Mit dem Abstimmungsvotum sei beschlossen worden, dass der Streik erst ende, wenn entweder ein Ergebnis im Tarifstreit vorliege oder die Verhandlungen wiederaufgenommen würden - und das sei eben erst mit Beginn der Schlichtung am kommenden Montag der Fall. Zwar hätte theoretisch die Möglichkeit bestanden, die Busfahrer nach der Einigung auf Schlichtung über ein früheres Streikende abstimmen lassen, doch das hätte einen großen logistischen Aufwand bedeutet, so Fritzel: "Das wäre auch nicht schneller gegangen."

Verdi fordert mehr Geld und Urlaub

Verdi fordert die Erhöhung des Grundgehalts von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde. Der Urlaub soll auf 30 Tage innerhalb der geforderten 5-Tage-Woche erhöht werden (derzeit sind es 25 Tage). Verdi-Mitglieder sollen zwei zusätzliche Urlaubstage erhalten. Außerdem fordert die Gewerkschaft, fahrplanbedingte Pausen und Wendezeiten komplett zu vergüten.

Sendung: hr-iNFO, 26.11.2019, 17 Uhr