Der Mai war arg, der Juni ärger: Am Frankfurter Flughafen werden immer mehr verspätete Landungen registriert. Der Verkehrsminister nennt die Lage "unhaltbar".

Am Frankfurter Flughafen landen immer mehr Maschinen verspätet zwischen 23 Uhr und Mitternacht - also in der Zeit des Nachtflugverbots, das von 23 bis 5 Uhr für geplante Starts und Landungen gilt. Nach 185 Fällen im Mai zählte die Luftaufsicht im Juni die Rekordzahl von 203 solcher Landungen, wie das Verkehrsministerium am Montag in Wiesbaden mitteilte.

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"Ein beträchtlicher Anteil der verspäteten Flugbewegungen entfällt auf bestimmte chronisch verspätete Flüge und wenige Airlines", erklärte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Fast ein Drittel (rund 29 Prozent) der verspäteten Landungen im Juni ging auf das Konto des Ferienfliegers Condor. Auf die Fluggesellschaft entfiel erstmals der größte Anteil der Nach-23-Uhr-Landungen. Der irische Billigflieger Ryanair, der seit März 2017 Flüge von und nach Frankfurt anbietet, war im zurückliegenden Monat an rund 25 Prozent der nächtlichen Verspätungen beteiligt.

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Wie sehr Ryanair, Condor, Lufthansa & Co. das Nachflugverbot missachten, lesen Sie in dieser Analyse des hr-Datenteams.

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Im ersten Halbjahr kam es zu 570 verspäteten Landungen zwischen 23 und 23.59 Uhr. Das lag ebenfalls vor allem an Ryanair (35,5 Prozent) und Condor (24,4 Prozent). Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass es deswegen zu Verspätungen kommt, weil der Flugplan zu eng gestrickt ist, droht den Fluggesellschaften ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Derzeit laufen nach Angaben des Ministeriums 49 solcher Verfahren.

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Condor sieht nicht zuletzt wegen des "chronisch verspäteten Flugs DE1505 aus Palma de Mallorca" einem solchen Verfahren entgegen, wie Al-Wazir sagte. Die Ferienflieger mit dieser Flugnummer seien allein im Juni viermal zu spät in Frankfurt angekommen. Das Regierungspräsidium Darmstadt werde sich mit dieser Verbindung beschäftigen müssen, kündigte der Verkehrsminister an.

Al-Wazir: "Situation ist unhaltbar"

"Die jetzige Situation ist unhaltbar", betonte Al-Wazir. "Die Flughafenbetreiber müssen Start- und Landeentgelte noch stärker so gestalten, dass Unpünktlichkeit sich nicht lohnt." Bei Missachtung des Nachtflugverbots droht den Airlines ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro - pro Verspätung. Im Fall von Ryanair habe der Druck einiges bewirkt, sagte Al-Wazir: Im März habe der Anteil der Iren an den Verspätungslandungen noch bei 63 Prozent gelegen, bis zum Juni sei er auf 25 Prozent zurückgegangen.

Verspätete Maschinen dürfen in Frankfurt bis 24 Uhr landen, sofern die Verspätung sich nicht aus der Flugplangestaltung ergibt. Im Gegensatz zu Starts bedürfen Landungen keiner Einzelgenehmigung. Nach Mitternacht sind nur noch Notfall-Landungen am Frankfurter Flughafen erlaubt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 02.07.2018, 16.45 Uhr