Alle 4.200 Mitarbeiter bleiben an Bord: Der mit Steuergeld gerettete Ferienflieger Condor kommt vielleicht doch ohne Entlassungen durch die Corona-Krise - auch wegen Solidarität unter den Piloten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Condor kommt ohne Kündigung durch die Corona-Krise

Ein Condor-Flieger startet am Frankfurter Flughafen.
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Der Ferienflieger Condor will ohne betriebsbedingte Kündigungen durch die Corona-Krise kommen. Das Unternehmen habe sich mit den Arbeitnehmervertretern auf Regelungen geeinigt, durch die alle 4.200 Mitarbeiter an Bord bleiben könnten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit.

Der deutsche Staat hatte den Ferienflieger im April mit einem Kreditprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro gerettet. Bereits im Herbst 2019 hatte Condor einen vom Bund und Land Hessen verbürgten Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro bekommen, nachdem der bisherige Mutterkonzern Thomas Cook Pleite gegangen war. Nun will Condor mindestens bis Ende März 2021 auf Kurzarbeit setzen. Länger ist dies nach bisheriger Rechtslage nicht möglich.

Die Mitarbeiter geben einander was ab

Aber nach eigenen Angaben einigte sich Condor nun mit den Betriebsräten sowie mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi. "Dank tragfähiger und verantwortungsvoller Vereinbarungen mit allen Sozialpartnern bleiben alle an Bord", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup.

Dabei stockt Condor selbst die Gehälter der Beschäftigten im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht auf, sagte eine Sprecherin. Unter den Piloten gäben allerdings diejenigen, die fliegen, künftig Geld an diejenigen ab, die nicht fliegen können - etwa weil Langstreckenflüge wegen der Reisebeschränkungen derzeit nicht stattfinden. Zudem könnten Mitarbeiter nun kurzfristiger und flexibler eingesetzt werden.

Zigtausend Jobs auf der Streichliste

Noch im Juni hatte Teckentrup geschätzt, dass Condor zwischen 650 und 1.000 Jobs abbauen müsste. Auch zwei ehemalige Schwestergesellschaften - Thomas Cook Aviation und Thomas Cook Balearics -, die zuvor fast ausschließlich für Condor flogen, mussten aufgeben. In der gesamten Airline-Branche stehen derzeit zigtausend Jobs auf der Streichliste.

Sendung: YouFM, Update, 22.07.2020, 14 Uhr