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Continental-Mitarbeiter protestieren in Babenhausen.

Rund 2.000 Menschen haben gegen den angekündigten Job-Abbau beim Autozulieferer Continental in Babenhausen protestiert. Sie kritisierten die Geschäftsführung scharf.

Nicht nur Mitarbeiter des Continental-Werks in Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) kamen zur Demonstration gegen die Jobabbau-Pläne ihres Unternehmens. Auch aus anderen Standorten wie Schwalbach, Wetzlar oder Frankfurt waren Kollegen zum Protest nach Babenhausen gekommen.

Schließlich versammelten sich rund 2.000 Menschen zu einem Demonstrationszug durch die Stadt und einer Kundgebung auf dem Werksparkplatz. "Was machen wir? Wir bleiben hier!", riefen die Teilnehmer.

Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Der Autozulieferer hatte im September angekündigt, bundesweit in den kommenden zehn Jahren rund 7.000 Stellen zu streichen - allein in Babenhausen seien 2.250 Arbeitsplätze betroffen. In dem Werk arbeiten derzeit rund 3.600 Menschen.

Erreichen will das Unternehmen den Arbeitsplatzabbau vor allem durch natürliche Fluktuation und altersbedingtes Ausscheiden. Aber auch betriebsbedingte Kündigungen wolle der Konzern nicht ausschließen, wie er mitteilte.

Continental-Standort Babenhausen

"Werden keine Ruhe geben"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Was machen wir? Wir bleiben hier!" - Protest bei Continental

Bauarbeiten am Continental-Hauptsitz in Hannover.
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"Wir werden selbstverständlich keine Ruhe geben, bis klar ist, wie es mit dem Standort weitergeht", sagte Jochen Homburg von der IG-Metall-Geschäftsstelle Darmstadt nach dem Protestmarsch. Die Auftragsbücher seien voll, was Entwicklung und Produktion angehe. "Ich sehe da sehr gute Chancen. Wir werden Vorschläge machen, wie es weitergehen kann."

Der Vorsitzende des Betriebsrats im Continental-Werk in Babenhausen, Roland Weihert, beklagte ein "ständiges Hin und Her" der Geschäftsführung: "Die haben sich keine Gedanken gemacht, wie man Arbeitsplätze halten könnte."

Job-Abbau "so sozialverträglich wie möglich"

Continental will sich am Standort Babenhausen bis Ende 2025 schrittweise aus der Serienproduktion von Steuerungsinstrumenten im Fahrzeug zurückziehen. Zudem will die Geschäftsführung bis Ende 2021 bestimmte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Babenhausen an andere Standorte verlagern.

Von den betroffenen 2.250 Arbeitsplätzen sollen 1.800 in der Produktion "so sozialverträglich wie möglich" abgebaut werden - das wäre die Hälfte der 3.600 Mitarbeiter. Für 450 Mitarbeiter in der Entwicklung sollen "interne Lösungen" gefunden werden.

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hs
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Reaktion auf geringere Auto-Produktion

Die Stellenstreichungen sind Teil eines bereits Ende Juli angekündigten Umbauprogramms. Continental reagiert damit nach eigenen Angaben auf die Rückgänge in der weltweiten Automobilproduktion und zudem auf "parallel" verlaufende Entwicklungen wie die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt, die sich abzeichnende Krise in der Autoindustrie und den Technologiewandel im Antriebsbereich, der durch verschärfte Abgasgesetze beschleunigt werde. 

Mit dem Umbau will der Konzern ab 2023 seine Kosten jährlich um 500 Millionen Euro senken. Gleichzeitig wird der Umbau auch Geld kosten - Continental rechnet mit 1,1 Milliarden Euro in den zehn Jahren bis 2029, wobei der größte Teil dieser Summe bis 2022 fließen soll. 

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen, 24.10.2019, 19.30 Uhr