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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mehr Arbeitslose in Hessen und bundesweit

Grafik mit den Arbeitslosenzahlen und der Quote von Januar 2021. Die Quote ist von 5,4% auf 5,8% gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist in diesem Januar deutlich höher als vor einem Jahr. Und in manchen Branchen wird die Krise nach der Corona-Pandemie nicht zu Ende sein.

Trotz der Corona-Pandemie war die Arbeitslosigkeit in Hessen Ende 2020 vier Monate in Folge gesunken. Im neuen Jahr setzt sich der Trend aber nicht fort: Im Januar verzeichnete die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit eine Zunahme bei der Zahl der Arbeitslosen. Sie stieg innerhalb eines Monats um 11.800 auf rund 199.000. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,4 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

Ein leichter Anstieg sei im Januar wegen des Wetters üblich, erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt allerdings das Ausmaß: Im Januar 2019 waren noch rund 40.000 Menschen weniger arbeitslos als in diesem Monat. Dieser deutliche Anstieg sei ganz klar auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, sagt Martin. Der erneute, zweite Lockdown schlage dagegen bisher nicht zusätzlich nennenswert auf den Arbeitsmarkt durch.

Zuwachs in vielen Branchen

"Obwohl die Arbeitgeber bei der Personalsuche weiterhin auf die Bremse treten und weniger Stellen bei den Agenturen meldeten, halten sie gleichzeitig an ihrer Belegschaft fest", beschreibt Martin die Tendenz. In zahlreichen Branchen ist demnach sogar ein Beschäftigungszuwachs zu beobachten, allen voran in der öffentlichen Verwaltung, im Sozialwesen sowie im Gesundheitswesen.

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2020: Deutlich mehr Arbeitlose

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr deutlichen Einfluss auf den Arbeitsmarkt gehabt: Durchschnittlich waren laut der Regionaldirektion 185.000 Menschen arbeitslos. Das war im Vergleich zu den 150.000 im Vorjahr eine Steigerung um 23 Prozent.

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Schlecht sieht es dagegen - maßgeblich wegen des erneuten Lockdowns - vor allem im Gastgewerbe aus: Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Zahl der Beschäftigten um 11,5 Prozent. Auch andere Branchen verzeichnen einen Rückgang, an dem nicht allein die Pandemie Schuld ist. "Der Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung begann hingegen bereits vor der Corona-Krise, insbesondere verursacht durch die Auswirkungen der technologischen Veränderungen in der Automobilbranche."

Lockdown-Dauer entscheidend

Wie sich der hessische Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten entwickelt, hängt laut Martin von der ungewissen Dauer des Lockdowns ab. Er rechnet damit, dass Gaststätten und Hotels nach der Aufhebung der Beschränkungen schnell wieder gut laufen werden. In anderen Branchen, wie der Luftfahrt und der Autoindustrie, werde das deutlich länger dauern.

Ohne flankierende Maßnahmen wäre die Lage noch schlechter: Nach den aktuellsten verfügbaren Daten waren im Oktober in Hessen 231.000 Menschen in Kurzarbeit. Wegen des später begonnenen zweiten Corona-Lockdowns dürfte die Zahl der Betroffenen in den Monaten November, Dezember und Januar weiter gestiegen sein.

Pandemie schadet Ausbildungsmarkt

Mit Sorge blickt Martin auch auf die Entwicklung am Ausbildungsmarkt. "Wir haben einen deutlichen Rückgang bei den Bewerbern als auch bei den gemeldeten Lehrstellen", sagt Martin. Die Schulschließungen führten dazu, dass die Berufsberater viele junge Menschen, die den persönlichen Kontakt dringend benötigten, nur schwer erreichen könnten. "Wenn es nicht gelingt, diese Entwicklung aufzuhalten, beenden viele in diesem Jahr die Schule ohne eine berufliche Perspektive."

Knapp 20.000 junge Menschen haben sich laut der Regionaldirektion bisher auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei den Arbeitsagenturen in Hessen gemeldet. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze ist gesunken - um 12 Prozent auf 23.400.

Sendung: hr-iNFO, 29.01.2021, 10 Uhr