Die Corona-Krise trifft den Frankfurter Büromarkt empfindlich. Auch der Trend zum Homeoffice sorgt für Leerstand. Luxus-Büros sind laut Experten allerdings nach wie vor gefragt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Büroflächen: Es wird in den Premiumbereich investiert

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Dieses Jahr werde der Leerstand um 200.000 auf 900.000 Quadratmeter steigen, schätzt der Immobilienspezialist NAI Apollo. Das seien rund 30 Prozent mehr leerstehende Büroflächen als Ende 2019, hieß es in einer Konferenz mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt und dem Projektentwickler ABG am Dienstag.

Erstmals seit vielen Jahren habe es in Frankfurt einen Beschäftigungsrückgang gegeben, sagte Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Mit Messe und Flughafen sei die Stadt stark von der Krise betroffen.

Weiter Nachfrage nach teuren Büros

In Sachen Leerstand wirke sich die Corona-Krise am Büromarkt weniger schlimm als die Dotcom-Krise aus, aber gravierender als die globale Finanzkrise, sagte Andreas Wende, Geschäftsführer von NAI Apollo. Nach dem Platzen der Internetblase war der Leerstand in Frankfurter Büros zwischen 2001 und 2002 um 150 Prozent gestiegen. Nach der Finanzkrise stand ein Plus von 23 Prozent zwischen 2008 und 2011.

Die Nachfrage nach teuren Büros bleibe robust, so Wende. Die Mieten hätten im Jahresverlauf zwar geschwankt, die Spitzenmieten aber seien stabil. Sie lagen Ende des dritten Quartals bei 45 Euro je Quadratmeter.

"Wir sehen zum Teil deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie, rechnen aber mit einer Erholung, sobald die Situation überstanden ist", sagte Wende. Büros müssten attraktiver werden, um Mitarbeiter nach der Krise zu locken. Mobiles Arbeiten werde sich stärker auswirken, Arbeitsplätze könnten sich auch in wohnortnahe flexible Büros verlagern. "Untervermietung wird eine stärkere Rolle spielen."

Sendung: hr-iNFO, 13.12.2020, 13:00 Uhr