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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wegen Einreiseverboten: Keine Flüge nach Israel

Lufthansa-Flugzeug A330

Die Lufthansa annulliert alle Verbindungen nach Israel. Grund sind verschärfte Einreisebestimmungen Israels wegen des Coronoavirus. Außerdem streicht die Fluggeselleschaft im März über 7.000 Europaflüge.

Lufthansa und die zugehörigen Töchterairlines Swiss und Austrian Airlines streichen ab Sonntag, 8. März, alle Flüge nach Israel. Betroffen sind Flüge nach Tel Aviv und Eilat für den verbleibenden Winterflugplan bis zum 28. März. Bereits am Freitag und Samstag werden einige Flüge nach Tel Aviv ausfallen.

Anlass für die Ausfälle ist ein erweitertes Einreiseverbot, das Israel für Passagiere aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verhängt hat. Eine Einreise nach Israel ist demnach nur in Ausnahmefällen möglich, wenn die betreffenden Personen belegen können, dass sie in der Lage sind, in Israel eine 14-tägige Heimquarantäne anzutreten.

Eigentlich bieten die Lufthansa-Fluggesellschaften täglich zehn Flüge nach Tel Aviv an, zusätzlich fliegt Lufthansa einmal wöchentlich nach Eilat. "Die Lufthansa Group sieht sich zu dieser Einstellung aus wirtschaftlichen und operativen Gründen gezwungen, da viele Passagiere nicht mehr zur Einreise berechtigt sind", erklärte die Airline in einer Pressemitteilung.

7.100 innereuropäische Flüge gestrichen

Auch das Europageschäft der Airline wird in den kommenden Wochen deutlich reduziert. Einige Strecken werden ganz aus dem Plan gestrichen, auf anderen wird die Häufigkeit der Flüge eingeschränkt, auch weil die Nachfrage deutlich nachgelassen habe, so die Lufthansa. Insgesamt entfielen dadurch alleine im März 7.100 Europaflüge.

Einen Schwerpunkt bilden dabei zum einen innerdeutsche Flüge aus dem Hub Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover. Laut Lufthansa handele es sich um hochfrequent bediente Verbindungen, die teilweise im Halbstundentakt von Lufthansa geflogen werden. Laut Unternehmen stünden daher zahlreiche Umbuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Ein zweiter Schwerpunkt der Streckenstreichungen und Frequenzanpassungen liegt auf Italien. Dies umfasst die Ziele Mailand, Venedig, Rom, Turin, Verona, Bologna, Ancona und Pisa.

Neben innerdeutschen und Italien-Verbindungen sind Flüge nach Skandinavien, Großbritannien, Polen, Russland, Frankreich, Spanien, Portugal und ins Baltikum betroffen. Lufthansa rät ihren Gästen, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Situation des jeweiligen Fluges auf der Website des Unternehmens zu informieren.

Flüge nach Festland-China wurden bereits ganz bis zum 24. April ausgesetzt. Hongkong und die südkoreanische Hauptstadt Seoul werden seltener als bislang angeflogen.

Wirtschaftliche Folgen noch nicht absehbar

Wie sich die Streichungen auf die wirtschaftliche Lage der Airline auswirkten, sei derzeit noch nicht abschätzbar, erklärte die Lufthansa mit Verweis auf die Veröffentlichung der Bilanz am 19. März. Allerdings hat die Fluggesellschaft schon Ende Februar mit einem Kostensparprogramm begonnen. Dazu gehören Budgetkürzungen in den administrativen Bereichen, zudem werden alle geplanten Neueinstellungen nochmals überprüft, ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Seinem Personal bietet das Unternehmen derzeit unbezahlten Urlaub an. Die Ausweitung von tariflicher Teilzeit wird geprüft.

Sendung: hr-iNFO, 05.03.2020, 16 Uhr