Das letzte Brücken-Teilstück wurde nachts eingepasst.

Zentimeterarbeit mitten in der Nacht: Mit einem Schiff und riesigen Flaschenzügen ist das letzte große Teilstück in die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz gehievt worden.

Die letzte Lücke der neuen Schiersteiner Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden ist geschlossen. Das noch fehlende 2.000 Tonnen schwere, 120 Meter lange und 25 Meter breite Brückenteil sei in der Nacht auf Freitag eingehoben worden, teilte Ulrich Neuroth mit, Leiter der Niederlassung West der Autobahn GmbH.

Die Schiersteiner Brücke soll voraussichtlich bis Ende 2021 fertig werden. Dann ist die Freigabe. Geplant ist, bis Ende des Jahres den Lückenschluss zwischen den Landeshauptstädten für den Verkehr freizugeben. Der weitere Bauablauf sehe noch Schweiß- und Korrosionsschutzarbeiten sowie Abdichtungsarbeiten auf der gesamten Brückenoberfläche vor. Außerdem muss der Straßenbelag noch aufgebracht werden.

216 Millionen Euro Gesamtkosten

Bei diesem Knotenpunkt des Rhein-Main-Gebiets rollt schon seit November 2017 der Verkehr über die erste neue Teilbrücke über den Rhein. Beim Übergang vom rheinland-pfälzischen Ufer auf die neue Teilbrücke ist nur Tempo 40 auf den insgesamt vier schmalen Fahrstreifen erlaubt. An der zweiten parallelen Teilbrücke wird noch gebaut.

Seit 1. Januar 2021 ist die neue Autobahngesellschaft des Bundes für die Erneuerung der A643-Brücke über den Rhein zwischen der hessischen und der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zuständig. Künftig soll die A643 hier sechsstreifig sein. Die Gesamtkosten sind mit 216 Millionen Euro beziffert.

Verschweißen dauert bis zu acht Wochen

Die Schiersteiner Brücke wurde in den 1960er Jahren für rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag gebaut, 2012 rollten täglich 90.000 darüber. Mit einem Bauunfall und einer Totalsperrung hat die alte vierspurige A643-Brücke 2015 Schlagzeilen gemacht.

Das am hessischen Ufer vormontierte Brückenteil war in dieser Woche auf das Pontonschiff geschoben und in den Mombacher Arm des Rheins nahe Mainz gebracht worden. Rund ein Dutzend Fachkräfte waren dabei im Einsatz. Innerhalb von sechs bis acht Wochen soll das neue Brückenteil im Anschluss verschweißt werden. Die Arbeiten am letzten Teilstück hatten schon am Montag begonnen. Die Straßenbauer mussten auf einen ausreichend hohen Wasserstand des Rheins warten.

Sendung: hr1, 29.01.2020, 10.30 Uhr