Pendler ÖPNV Zahlen
Bild © hessenschau.de

Millionen Hessen pendeln regelmäßig. Jeder Sechste nutzt dafür den öffentlichen Nahverkehr. Das hr-Datenteam hat neben den Pendlerzahlen auch analysiert, wie das Nahverkehrsangebot in Hessen aussieht.

Hessen ist ein Pendler-Land. Mehr als die Hälfte der hessischen Erwerbstätigen verlässt für die Arbeit die Gemeinde, in der sie wohnen: 2016 pendelten täglich fast 1,7 Millionen der insgesamt gut drei Millionen erwerbstätigen Menschen in eine andere Gemeinde zur Arbeit.

Das ergibt eine Pendlerquote von fast 55 Prozent. Knapp 16 Prozent der Pendler, also etwa jeder Sechste, nutzen dafür den öffentlichen Nahverkehr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Pendler sind im Rhein-Main-Gebiet unterwegs, in Frankfurt zum Beispiel rund 440.000 am Tag.
  • Die am häufigsten zurückgelegte Pendlerstrecke geht von Offenbach nach Frankfurt.
  • Die drei Verkehrsverbünde stellen in Hessen etwa 16.000 Haltestellen bereit.
  • In Nord- und Mittelhessen ist nicht nur das Haltestellennetz dünner, es gibt auch weniger Verbindungen.

Die meisten pendeln in die Großstädte

Die meisten Erwerbstätigen pendeln dabei in die großen Städte wie Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Kassel. Die folgende Karte zeigt, in welchen Gemeinden die meisten Pendler unterwegs sind.

An der Spitze liegt Frankfurt mit einer Summe von über 440.000 Pendlern, es folgen Wiesbaden (knapp 100.000), Darmstadt (gut 95.000) und Kassel (knapp 87.000).

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Beliebteste Strecke: Offenbach-Frankfurt

Frankfurt ist nicht nur die Stadt mit den meisten Pendlern, auch bei den Pendlerströmen zwischen zwei Gemeinden liegt Frankfurt vorne.

Die meisten Pendler in Hessen sind von Offenbach nach Frankfurt unterwegs: Über 20.000 Menschen absolvieren die Strecke täglich. Zum Vergleich: Fast 14.000 Menschen sind von der Landeshauptstadt Wiesbaden in Richtung Frankfurt unterwegs. Gut 10.000 Berufstätige zieht es aus Mainz nach Wiesbaden.

Das ÖPNV-Angebot in Hessen

Drei Verkehrsverbünde sind in Frankfurt für das Nahverkehrsangebot zuständig: Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) in Nordhessen, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet sowie der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), der in Hessen den Kreis Bergstraße abdeckt.

Innerhalb dieser Verbünde kümmern sich eine Vielzahl an lokalen Nahverkehrsorganisationen und Verkehrsunternehmen um den tagtäglichen Betrieb.

Etwa 16.000 Haltestellen in Hessen

Die Zahl der Haltestellen in Hessen klingt zunächst groß: Der RMV hat über 11.000 Haltestellen, der NVV über 4.000, im Kreis Bergstraße kommen noch gut 700 Haltestellen des VRN dazu.

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Betrachtet man nur noch die Bahnhöfe, an denen S-Bahnen oder Regionalbahnen verkehren, wird die Zahl schon geringer: Knapp 400 sind es beim RMV, unter 100 beim NVV, Regiotram-Stationen eingerechnet.

Wenig Betrieb an den Haltestellen auf dem Land

Eine Haltestelle in der Nähe ist schön und gut - wenn dort aber nur alle zwei Stunden ein Bus fährt, bringt sie Pendlern nicht viel. Um das Haltestellennetz einschätzen zu können, muss also auch betrachtet werden, wie viel Betrieb an den Haltestellen ist.

RMV und NVV geben dazu eine Gewichtung pro Haltestelle an, die zeigt, wie hoch die "Aktivität" ist - eine höhere Zahl bedeutet häufige Fahrten von verschiedenen Linien.

Die Karte unten zeigt, ob die Haltestellen in der Gemeinde im Schnitt eher hoch oder niedrig gewichtet sind. Das Rhein-Main-Gebiet kann hier mit einer deutlich höheren Gewichtung, also mit mehr Verbindungen pro Haltestelle punkten.

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Ähnliches zeigen auch die Linienverläufe und Taktungen von Regionalzügen und S-Bahnen. Während am Frankfurter Hauptbahnhof zum Beispiel zwischen 7 und 18 Uhr über 60 S-Bahnen und Regionalzüge pro Stunde fahren, sind es in Marburg unter zehn - in Alsfeld sogar nur zwei bis vier.

Die Animation zeigt, wie viele Regionalzüge und S-Bahnen pro Stunde von den Bahnhöfen des RMV abfahren - je größer der Kreis, desto mehr Fahrten gibt es.

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Die vielen Pendelnden in Hessen finden im Rhein-Main-Gebiet also relativ viele Haltestellen und Verbindungen vor. Dünner ist das Angebot in Mittel- und Nordhessen - gerade im ländlichen Raum gibt es nicht nur weniger Stationen, sondern auch weniger Verbindungen.

#hrpendler: Thementag am Donnerstag

Doch wo hakt es beim ÖPNV in Hessen eigentlich am meisten? Wie ergeht es den Pendlern im Alltag? Auf welchen Linien und an welchen Stationen gibt es die meisten Störungen - und warum? Und was sagen eigentlich die Verantwortlichen von RMV, NVV, der Bahn und aus der Politik? Um all diese Fragen geht es beim #hrpendler-Thementag am Donnerstag im hr-fernsehen, in den Radiowellen des hr und hier auf hessenschau.de.

Weitere Informationen

Daher kommen die Daten

Die Daten zu den Verkehrsmitteln und zu den Pendlerzahlen stammen vom hessischen Statistischen Landesamt. Die absoluten Pendlersummen stammen aus der Gemeindestatistik 2017, die Zahlen zu den verwendeten Verkehrsmitteln und zu den häufigsten Pendlerstrecken wurden vom HSL auf Basis des Mikrozensus berechnet.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 13.12.2018, 6.30 Uhr