Windkraftanlagen, Vorrangflächen für Willingen
Windkraftanlagen - auch für die Tourismus-Hochburg Willingen sieht der Plan der Regionalversammlung Vorrangflächen vor (eng blau schraffierte Flächen). Bild © picture-alliance/dpa/RP Kassel

Was nicht schön aussieht, schadet dem Tourismus. Finden viele Menschen in Waldeck-Frankenberg und lehnen Windräder bei ihren Orten ab. Aber woher kommt in Zukunft die Energie? Darüber können Sie am Samstag beim Hessentag diskutieren.

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zum hr.de Video LokalThema: Energie für Waldeck-Frankenberg – aber welche?

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Geht es um Umwelt und Energie, streiten die Menschen rund um die Hessentagsstadt Korbach weniger um Fahrverbote für Dieselautos, sondern den Sinn und Unsinn der Stromerzeugung durch Windkraftanlagen. Auch im Kreis Waldeck-Frankenberg wollen viele Menschen keine Windräder vor ihrer Haustür haben. Kommunen wehren sich gegen die Pläne zum Bau solcher Anlagen in den sogenannten Windvorrangflächen.

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Diskussion beim Hessentag

In einer Unterhausdebatte am Samstag, 26. Mai, 11 bis 14 Uhr, geht es im hr-Treff um das "LokalThema" Windkraft im Kreis Waldeck-Frankenberg. Moderatoren sind Claudia Schick und Thomas Ranft.
Ab 12 Uhr können Sie die Würstchen und das Gemüse vom Solargrill testen. Mit dabei sind Erik Arnecke (Restaurant Die Sonne, Frankenberg) und Uli Zabel (Restaurant Goldstuben, Korbach). Dazu gibt es ein spannendes Energie-Quiz.

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Für Nord- und Osthessen wies die Regionalversammlung zwei Prozent der Fläche für Windkraftanlagen aus - so wie es das Wirtschafts- und Verkehrsministerium unter dem grünen Minister Tarek Al-Wazir für ganz Hessen tat. Aber wer sich die stattliche Liste mit den 151 bereits bestehenden Windrädern im Kreis Waldeck-Frankenberg (in diesem PDF ab Seite 6) ansieht, stellt fest: Nach 2014 gingen dort lediglich neun Anlagen bei Bad Arolsen und sechs Windräder bei Gemünden (Wohra) in Betrieb.

Vorrangflächen für Windkraft rund um Korbach
Vorrangflächen für Windkraft rund um Korbach (eng schraffierte blaue Flächen). Bild © Regierungspräsidium Kassel

Vielmehr hat sich etwa in Willingen und in Diemelsee großer Widerstand gegen Windräder über die politischen Lager hinweg entwickelt. Mit juristischen Mitteln und mit dem Argument, Windenergie werde den Tourismus behindern und die Orte wirtschaftlich schädigen, sollen auch Gerichte bemüht werden. In Willingen wurden Ende 2017 die ersten beiden Windräder genehmigt, in Diemelsee stehen bereits rund 70 Anlagen und sollen 20 neue hinzukommen.

Bündnis Windveto Waldeck-Frankenberg

In vielen Orten zwischen Diemel-, Twiste- und Edersee entstanden Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen. Sieben von ihnen haben sich zum Bündnis Windveto Waldeck-Frankenberg zusammengeschlossen und agieren gegen einen weiteren Ausbau der Windkraft in der Region. Sie kritisieren vor allem die zu geringen Abstände zwischen Anlagen und Wohngebieten. Die Bürger würden dadurch sowohl optisch als auch akustisch belästigt. Die Windradgegner befürchten auch negative Folgen für die Natur, besonders die Tierwelt.

Aber es gibt auch Befürworter dieser Form, regenerative Energie zu nutzen. Sie stellen Flächen zur Verfügung, werden Mitglieder von Beteiligungsgesellschaften. Anders als die Gegner sind sie eher ruhig und zurückhaltend - wohl auch, weil sie wirtschaftlich von dem Bau der Anlagen profitieren könnten. In manchen Orten haben die unterschiedlichen Meinungen zur Windenergie die Einwohner in Gegner und Befürworter gespalten.

Diskussion mit Politikern aus der Region

So stellt sich auch für Waldeck-Frankenberg die Frage: Wenn wir eine umweltverträgliche Energieversorgung brauchen, welche ist dann die richtige für die Region? Darüber diskutieren Besucher des Hessentags in Korbach an diesem Samstag auf dem Vorplatz des hr-Treffs unter anderem mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friederich Frese (CDU) und dem Diemelseer Bürgermeister Volker Becker (parteilos).