Acht Personen in einem Sessel des "K1"
Eine Haube zum Herunterklappen schützt vor allzu ungemütlichem Wetter. Bild © picture-alliance/dpa

Willingen ist um eine Attraktion reicher: Am dortigen Köhlerhagen ist am Freitag Hessens längster Skilift eröffnet worden - mit besonders luxuriösen Sesseln. Die Investition soll sich trotz des Klimawandels lohnen.

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Er ist 1.500 Meter lang und kann bis zu 3.000 Menschen pro Stunde auf den 838 Meter hohen Ettelsberg bringen: In Willingen (Waldeck-Frankenberg) ist am Freitag bei Minusgraden und Schneegestöber aus Beschneiungsanlagen der "K1" eröffnet worden, Hessens längster Skilift.

Warmer Hintern für Skifahrer

Zehn Millionen Euro hat sich die Liftgemeinschaft Köhlerhagen, ein Zusammenschluss lokaler Geschäftsleute und privatere Investoren, das Projekt kosten lassen. Es handele sich um "die erste Sesselbahn nördlich der Alpen, die sowohl Wetterschutzhauben als auch eine Sitzheizung hat", sagte Geschäftsführer Jörg Wilke.

Dass sich die Investition trotz Klimawandels rechnen wird, davon sind die Betreiber überzeugt. Selbst beim schlimmsten anzunehmenden Fall von einem Grad Erwärmung in 25 Jahren könne man noch 78 Prozent des bisherigen durchschnittlichen Skibetriebs erreichen. Zudem soll der Lift auch im Sommer betrieben werden.

Im Winter Ski, im Sommer Mountainbike

Man bemühe sich grundsätzlich, "alle Attraktionen nicht nur auf eine Saison auszurichten, sondern verfolgen einen ganzjährigen Ansatz", sagte Unternehmenssprecherin Marina Kiewig. So hat der "K1" austauschbare Sitzgarnituren. An den Sommersesseln lassen sich Mountainbikes befestigen. Das Geschäft mit den Radfahrern wachse. "Der Mountainbiker ist der Skifahrer des Sommers", so Wilke.

Meteorologen bestätigen unterdessen, dass die Winter schneeärmer werden. In den letzten 100 Jahren sei es im Schnitt 1,4 Grad wärmer geworden, rechnete Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes vor. Dadurch sei die mittlere Schneefallgrenze um 140 Meter gestiegen und liege nun bei 150 bis 200 Metern. Die Zahl der schneereichen Winter habe abgenommen.

Größere Wasserspeicher für die Schneekanonen

In Willingen hat man deshalb auch in die Schneekanonen investiert. Im Frühjahr sollen nach Worten von Betriebsleiter Martin Kirchner die Wasserspeicher dafür erweitert werden. "Wir wollen unsere Kapazitäten verdreifachen, auf rund 21.000 Kubikmeter."

Bis zu acht Wintersporthungrige finden in den Sesseln des "K1" Platz. Ab Samstag läuft der offizielle Betrieb. Auf die ersten Abfahrten wird man aber noch etwas warten müssen. Erst in einer Woche, kurz vor Weihnachten, soll sie Skisaison starten.